Wiederholungstäter: Pipelines sprengen hat in den USA schon Tradition

Die USA sind in Sachen Pipeline-Sprengung schon ein erfahrener Haudegen. Die sabotierten Nord Stream Röhren sind nicht das erste Mal, dass Washington auf Infrastruktur anderer Staaten abzielt. Vor 30 Jahren sprengten die USA eine damals noch sowjetische Pipeline.

Die Sabotage an den beiden Nord Stream Pipelines ist für die Vereinigten Staaten kalter Kaffee und eine Routineaktion gewesen. Washington sammelte in der Vergangenheit bereits reichlich Erfahrung beim Sprengen von Gasröhren. Vor 30 Jahren, im Jahr 1982, also noch mitten im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, sprengte Washington eine Pipeline des damaligen kommunistischen Erzfeindes.


Damals stand Moskau, genau wie heute unter Sanktionen des Westens und so richtete der vormalige sowjetische Geheimdienst KGB (heute FSB) eine Abteilung ein um die Sanktionen zu umgehen. Die Russen benötigten dringend Technik aus dem Westen, vor allem Computerchips. Der KGB versuchte also alles um an die benötigte Ware ranzukommen und wurde schließlich heimlich von den Franzosen an die USA verpfiffen.


Im Sommer 1982 gab es in Sibirien eine heftige Explosion. Diese Explosion erschreckte den Westen so sehr, dass man zunächst von einer neuen Atombombentechnik in der Sowjetunion ausging. Nachdem sich der Rauch und der erste Schreck gelegt hatten, meldete der US-Geheimdienst CIA aber ganz schnell, dass die Explosion von den USA herbeigeführt wurde. Einer der an die Sowjets gelieferten Computerchips war derart manipuliert, dass er den Druck in einer Pipeline viel stärker ansteigen ließ als erlaubt. Die Pipeline explodierte und man konnte den Feuerball bis ins Weltall beobachten.


Erst in den 2000er Jahren wurde über dieses Ereignis medial berichtet, ähnlich dürfte es bei den Sprengungen von Nord Stream 1 und 2 sein, bei denen sogar der renommierte US-Ökonom Jeffrey Sachs von einer Schuld Washingtons ausgeht. Damals waren die Sowjets jedenfalls so verschreckt, dass sie gar nicht mehr absehen konnten, welche Chips und welche anderen Teile aus dem Westen nun manipuliert waren und welche nicht. Man fürchtete weitere Sabotageakte und Katastrophen. Die kommenden Jahre bis zum Untergang der Sowjetunion waren in Moskau von einer gewaltigen Unsicherheit geprägt die schließlich durch die Reagan-Doktrin ausgenutzt wurde.


Man sieht also, dass ein wenig Kenntnis der Geschichte dabei hilft, die heutigen Ereignisse vielleicht besser einordnen zu können. Bei der Frage "wem nützt es?" muss man immer wieder darauf hinweisen, dass die USA keine Zusammenarbeit der Europäer mit den Russen haben wollen und das nicht erst seit dem Ukraine-Krieg. Washington will sein eigenes Flüssiggas nach Europa exportieren und geht dabei über Leichen. Über diese Taktik der Amerikaner und den Druck den sie dabei auf die Betreiber der Nord Stream Röhren ausgeübt haben, berichtete bis ins Jahr 2019 sogar noch der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk. Am 13.12.2019 berichtete die ARD:

"Bei den Sanktionen gegen mittelständische deutsche Baufirmen an NordStream2 geht es Amerika darum, eigenes Fracking-Gas nach Europa verkaufen zu können, möglichst hochpreisig. Zum anderen haben die USA auch geopolitische Interessen."

Wie heißt es so schön? Die Rache des Journalisten an der Politik ist das Archiv. Ein anderer Beitrag aus der ARD-Sendung Panorama aus dem Jahr 2018 beschreibt gut die Drohungen und Sanktionen der USA gegen Deutschland in Sachen Nord Stream 2.

Mit dem Anschlag auf die Gasröhren wurden Fakten geschaffen und die Abhängigkeit Europas zu den Vereinigten Staaten und deren teurem und umweltschädlichem LNG-Flüssiggas weiter verstärkt, ganz im Sinne der USA. Deutschland und Russland wurden auf lange Sicht wirtschaftlich getrennt und zudem ist Berlin jetzt auch noch von polnischem Erdgas aus deren neuer Pipeline aus Norwegen abhängig die rein zufällig am selben Tag feierlich eröffnet wurde als die russischen Röhren gesprengt und zerstört wurden. Zu all den genannten Fakten kommt sinnigerweise auch noch das Strategiepapier der RAND-Corporation vom Januar 2022, das vorsieht die deutsche Wirtschaft mit Hilfe der Grünen Partei zu zerstören und dessen Echtheit bis heute nicht glaubhaft dementiert werden konnte.


Die Polen wollen zudem Reparationszahlungen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland. Die Höhe der Forderungen beläuft sich auf 1,3 Billionen Euro und kann jetzt freilich als eine Art Druckmittel gegen Berlin eingesetzt werden, denn Berlin ist nach der Zerstörung von Nord Stream auf Alternativen in der Erdgasversorgung angewiesen und muss schnellstmöglich Ersatz finden.


Quellen:


(1) https://www.artikeleins.info/post/nord-stream-pipelines-stark-besch%C3%A4digt-war-es-ein-anschlag

(2) https://www.spiegel.de/politik/ausland/sabotageexporte-an-die-sowjets-cia-lieferte-hightech-mit-kleinen-fehlern-a-288186.html

(3) https://www.artikeleins.info/post/jeffrey-sachs-usa-haben-nord-stream-pipelines-sabotiert

(4) https://www.artikeleins.info/post/russland-in-die-knie-zwingen-das-strategiepapier-der-rand-corporation-aus-dem-jahr-2019

(5) Neue Gaspipeline von Norwegen nach Polen eröffnet – EURACTIV.de

(6) https://www.artikeleins.info/post/strategiepapier-aus-den-usa-gr%C3%BCne-sollen-deutsche-wirtschaft-zerst%C3%B6ren

(7) Weltkriegs-Reparationen: Polen schickt diplomatische Note | tagesschau.de

(8) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-weltkriegsschaeden-reparationen-101.html


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