Wegen gesteigerter Nachfrage: Lieferengpässe bei Thrombose-Medikamenten

Aufgrund einer massiv gesteigerten Nachfrage gibt es enorme Lieferengpässe bei Thrombose-Medikamenten. Bis weit ins Jahr 2023 hinein werden diverse Therapeutika nahezu gar nicht mehr verfügbar sein. Woran mag das nur liegen?

Foto. pixabay.com


Aufgrund einer massiv gesteigerten Nachfrage sind in Deutschland diverse Thrombose-Medikamente nicht mehr oder nur noch schwer erhältlich. Davon betroffen sind hauptsächlich Präparate für Lungenembolie-, Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten. Bis weit ins Jahr 2023 wird laut arznei-telegramm.de mit Lieferproblemen gerechnet, die Belieferung mit den wichtigsten Medikamenten gegen Thrombosen, Actilyse und Metalyse ist stark eingeschränkt, weil immer mehr davon benötigt wird. Spätestens im Jahr 2023 rechnet man mittlerweile mit einem kompletten Lieferstopp der Medikamente, der Hersteller Boehringer-Ingelheim kann die Produktionskapazitäten nicht ausweiten, auch Qualitätsprobleme seien in der Vergangenheit immer wieder ein Problem gewesen. Dazu schrieb arznei-telegramm:


“Sinnvolle Lösungen für die Versorgungsprobleme hat Boehringer in dem Schreiben nicht anzubieten.”

Experten sehen die Entwicklungen mit großer Besorgnis, denn das Medikament Actilyse gilt als der wichtigste Wirkstoff bei Schlaganfällen und Herzinfarkten. Um die Produktion von Actilyse noch aufrecht erhalten zu können wurde bereits die Herstellung des Wirkstoffs Acilyse Cathflo eingestellt. Die Rohstoffe des Medikaments werden zur Produktion des wichtigeren Präparats Actilyse benötigt.


Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) könnte die Haltbarkeit von Metalyse von 24 auf 36 Monate verlängern, Boehringer-Ingelheim hat schon eine dementsprechende Anfrage an die Behörde eingereicht. Dafür muss die Produktzusammensetzung geändert werden, unabhängig davon wird dazu aufgerufen, die bestehenden Lagerbestände mit Bedacht zu verbrauchen. Für die beiden Thrombose-Medikamente gibt es keine geeigneten Ersatzpräparate am Markt, daher sollen die Kliniken bei akutem Schlaganfall oder Herzinfarkt auf eine mechanische Behandlung umstellen.


Die Produktionskapazitäten der beiden Medikamente werden voraussichtlich erst 2024 angepasst. Eine Produktion soll in die österreichische Hauptstadt Wien verlegt werden, um dem Standort Biberach an der Riß mehr Spielraum zur Herstellung zu geben. Die Firma Boehringer-Ingelheim hofft zusammen mit dem Bundesgesundheitsministerium zwar auf eine beschleunigte Zulassung der EU aber ob das auch geschehen wird, ist mindestens fraglich. Was man sich aber durchaus fragen kann ist, warum in Deutschland im Jahr 2022 urplötzlich lebenswichtige Thrombose-Medikamente ausgehen und woher die stark erhöhte Nachfrage auf die Präparate herkommt. "Verschwörungstheoretiker" würden das mit der enormen Anzahl an Impfnebenwirkungen seit Ende 2020 in Verbindung bringen aber das ist sicherlich nur "Schwurbelei".


Quellen:


(1) http://arznei-telegramm.de/

(2) https://hcp.boehringer-ingelheim.com/at/content/actilyse-gebrauchsinformation

(3) https://www.boehringer-ingelheim.com/products/metalyse

(4) https://www.gelbe-liste.de/informationsbriefe/informationsbrief-actilyse-actilyse-cathflo-metalyse

(5) https://media.gelbe-liste.de/documents/informationsbrief-zu-actilyse,-actilyse-cathflo-und-metalyse.pdf


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