Waffenlieferungen an die Ukraine? In Wirklichkeit kommt von Deutschland fast gar nichts

Die deutsche Bundesregierung kündigt seit Wochen an, umfangreiche Waffensysteme und Panzer an die Ukraine zu liefern. Doch in Wirklichkeit geschieht dahingehend fast nichts.

Seit Wochen klopfen deutsche Politiker große Sprüche in Sachen Waffenlieferungen an die Ukraine, gekommen ist bislang aber fast nichts. Vor einer Woche wurde Bundesverteidigungsministerin Lambrecht von ihren NATO-Kollegen insbesondere von den USA noch scharf aufgrund Deutschlands lauer Haltung gegenüber Moskau attackiert. Danach kündigte sie an, der Ukraine Gepard-Panzer für die Luftabwehr liefern zu wollen.


Die Panzer sind allerdings wertlos, denn es gibt nicht genügend Munition um diese auszustatten. Pro Minute kann der Gepard über 1000 Schuss Munition abfeuern, Deutschland hat aber nur Vorräte für 20 Minuten Betriebszeit pro Panzer. Die nötige Munition kann auch nicht eingekauft werden, denn sie wird in der Schweiz produziert und die Eidgenossen weigern sich Munition in Kriegsgebiete zu liefern.


Auch der sogenannte "Ringtausch" mit Slowenien wollte nicht so recht funktionieren. Dabei war geplant, dass Slowenien den Ukrainern sowjetische Panzer liefert, weil die Ukrainer auf diesen ausgebildet sind, im Gegenzug sollte Slowenien dafür moderne deutsche Panzer erhalten. Der Spiegel schrieb dazu folgendes:


„Das Land wolle alte T-72-Kampfpanzer sowjetischer Bauart an die Ukraine abgeben und wünsche sich »zur Kompensation« von den Deutschen Kampfpanzer Leopard 2, Schützenpanzer Puma und Radpanzer GTK Boxer, um die »eigene Verteidigungsfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig neue Möglichkeiten der Kooperation mit Deutschland zu schaffen«.“

Deutschland kann den Slowenen aber nur extrem veraltete Panzer bieten, Slowenien verzichtet dankend darauf, weil sie damit nichts anfangen können. Stattdessen wurde dann weiter verhandelt, es sollten alternative Ideen ausgearbeitet werden. Der Spiegel schreibt dazu weiter:


„Auch die Abgabe des modernen Schützenpanzers Puma bewerten die Ministerialen als kritisch. Nur 41 Systeme hätten bisher nach den Nato-Standards die »taktische Einsatzfähigkeit«, die Umrüstung der übrigen 309 Panzer werde bis 2027 dauern. Außerdem sei bei allen Pumas die Versorgungsreife noch nicht gegeben.“

Und:


„Der Radpanzer GTK Boxer dagegen sei zwar ein »leistungsstarkes, vielseitiges und robustes System«, heißt es in dem Papier, das auch immer noch produziert werde. Eine Abgabe sei damit grundsätzlich denkbar, allerdings benötige man allein für das Projekt, bis zum Jahr 2025 eine vollständig ausgerüstete Division aufzustellen“

Deutschland hat also keine Munition für seine Panzer und kann diese deshalb nicht liefern, 41 der 350 Schützenpanzer der Bundesrepublik sind modern umgerüstet, Radpanzer gibt es auch aber um eine Division zu gründen braucht man drei Jahre Zeit. Wo ist dann eigentlich das ganze Geld hingeflossen, das dem Bundesverteidigungsministerium Jahr um Jahr in den Rachen geworfen wird? Noch im Jahr 2019 lag das deutsche Militärbudget bei 45 Milliarden Euro, die Atommacht Frankreich verfügte über eine Kriegskasse von 57 Milliarden Euro. Das sind durchaus ähnliche Größenordnungen aber Frankreich ist in der Lage sich zu verteidigen, die Deutschen haben noch nicht einmal Munition.


Die Franzosen, bei denen man vom gesamten Wehretat auch noch rund zehn Prozent für die Atomstreitkräfte abziehen muss, verfügten 2019 über knapp 530 Kampfflieger, Deutschland hatte nicht einmal die Hälfte (225). Die Franzosen besaßen zehn Atom-U-Boote, einen Flugzeugträger und 55 sonstige Kriegsschiffe. Die Deutschen hatten zum selben Zeitpunkt neun konventionelle U-Boote, keinen Flugzeugträger und auch kein Atom-U-Boot. Zusätzlich verfügte die deutsche Marine noch über 14 Fregatten und Korvetten. Also noch einmal: Wo ist all das Steuergeld hin? Viellicht direkt in die Ukraine geflossen?


Bundeskanzler Scholz jedenfalls scheint nur für die Öffentlichkeit gegen Russland zu hetzen, Taten sollen wohl nicht folgen. Dass wir uns nicht falsch verstehen, ich finde das gut, denn Waffen und Soldaten für die Ukraine würden den sinnlosen Krieg nur verlängern und das kann in keinem Interesse sein. Doch die Diskrepanz zwischen großspuriger Kriegstrommelei und faktischem Nichtstun der Bundesregierung in Sachen Ukraine ist schon bemerkenswert. Ist es also die Taktik des Kanzlers, nur Waffensystem zu versprechen, die gar nicht geliefert werden können oder handelt es sich bei der ganzen Show ausschließlich um Misswirtschaft und Inkompetenz?


Quellen:


(1) https://www.welt.de/politik/ausland/plus238576317/Waffen-fuer-Kiew-Bundesregierung-findet-keine-Munition-fuer-Gepard-Panzer.html

(2) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-waffenlieferungen-wo-es-beim-panzer-ringtausch-mit-slowenien-hakt-a-f9e764c1-df3c-4a70-bfc3-8b49fe7b4beb

(3) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben/


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