Virologe Alexander Kekulé sieht Geimpfte falsch informiert und 2G-Regel als Teil des Problems

Aktualisiert: 24. Dez. 2021

Falsche Erwartungen seien durch den Impfstoff und die 2G-Regel in der Bevölkerung geweckt worden. Das jedenfalls meint der Virologe Alexander Kekulé. Diese Erwartungen können jetzt nicht eingelöst werden.


Einschränkungen für ungeimpfte Menschen werden die Situation nicht verbessern, so der Virologe in einem Interview mit der Welt. Die Regierung habe allen, auch den Geimpften falsche Versprechungen gemacht. Politik und Wissenschaft bescheinigt Kekulé eine schlechte Kommunikationsstrategie, weil sich diese ständig geändert habe. Vor allem das RKI sieht der Virologe hier nicht ganz unschuldig:


"Vor allem das sogenannte 2G-Modell ist ja Teil des Problems. Geimpfte und Genesene glauben, sie wären sicher, weil man ihnen das bis vor Kurzem so gesagt hat. Aber auch sie infizieren sich zu einem erheblichen Teil. Dadurch haben wir jetzt diese massive Welle unter den Geimpften. Sie ist deshalb so gefährlich, weil diese Menschen glauben, sie seien geschützt. Sie wurden falsch informiert, sogar das Robert Koch-Institut hat das noch bis vor Kurzem auf seiner Website falsch dargestellt. Immerhin haben sie inzwischen den Satz entfernt, dass Geimpfte so gut wie nichts zum Infektionsgeschehen beitragen. Diese Kommunikation ist schlecht gelaufen."

Zum Thema Impfung als alleiniger Gamechanger in der Pandemie und dem damit gegebenen Versprechen der Politik sagte er:


"Ich würde eher von einem falschen Versprechen der Bundesregierung reden. Es wurde suggeriert, dass Geimpfte wieder ein völlig normales Leben führen könnten."

Schon im Frühjahr diesen Jahres habe man gewusst, dass Geimpfte Corona verbreiten können und auch selbst daran erkranken würden. Auch die Tatsache, dass man immer noch gegen die ursprüngliche Wuhan-Variante impfe und nicht gegen die viel ansteckendere Delta-Variante wirft bei Kekulé Fragen auf. Er vermutet, dass die Hersteller dann Probleme mit der Zulassung bekommen könnten. Solche Studien seien "nicht trivial" und könnten "teuer werden", so der Virologe. Pfizer und Moderna würden darauf drängen, für die Booster-Impfung "noch einmal die alten Produkte zu verwenden."


Kekulé hält auch nichts von der "Pandemie der Ungeimpften" und schon gar nichts von der "Tyrannei" dieser Personengruppe. Man müsse mit Menschen die sich aus welchen Gründen auch immer gegen eine Impfung entscheiden, anders umgehen als das derzeit der Fall ist:


"Es gibt viele, die aus persönlichen Gründen zurückhaltend sind. Schwangere zum Beispiel oder jene, die auf konventionelle Impfstoffe warten, die nicht auf mRNA-Basis gründen. Interessante Studien zeigen, dass die Ansteckungsgefahr bei vorsichtigen Ungeimpften geringer ist als bei denjenigen Geimpften, die glauben, ihnen könne nichts passieren."

Quelle:


(1) Virologe Kekulé: „Geimpfte glauben, sie seien sicher. Man hat sie falsch informiert“ - WELT

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