Umfrage: Ein Drittel der Bürger hält Deutschland für eine Scheindemokratie

Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag des SWR halten mehr als 30 Prozent der Deutschen das derzeitige politische System für eine Scheindemokratie. Vor allem in Ostdeutschland ist das Vertrauen auf einem Tiefpunkt angelangt.

Laut einer vom SWR in Auftrag gegebene Allensbach-Umfrage halten knapp ein Drittel der Bundesbürger das derzeitige politische System für eine Scheindemokratie. Demnach antworteten 31 Prozent der Deutschen bei der repräsentativen Umfrage auf die Frage nach dem politischen System des Landes, dass es sich hierbei um eine Scheindemokratie handle. Die Bürger hätten in politischen Fragen nichts zu melden.


In den westlichen Bundesländern halten 28 Prozent der Befragten das System für scheindemokratisch, im Osten sind es hingegen 45 Prozent der Menschen. Fast ein Drittel aller Bundesdeutschen sind der Ansicht, dass das demokratische System in Deutschland "grundlegend geändert" werden müsse. Die Umfrage könnte sich aber als Bumerang herausstellen, denn der SWR gab diese für seine heute Abend in der ARD ausgestrahlte Dokumentation " „Story im Ersten: Mord an der Tankstelle – Vom Protest zur Gewalt?“ in Auftrag. In der Sendung soll es um die Frage gehen, inwieweit "rechtsradikale Gesinnung, Verschwörungstheorien und demokratiegefährdende Meinungen im Zusammenhang mit dem Protest gegen die Corona-Maßnahmen" verbreitet werden. Alleine schon der Ausdruck "demokratiegefährdende Meinungen" ist antidemokratisch, denn in einer echten Demokratie sind alle Meinungen erlaubt, es sei denn sie sind strafrechtlich relevant.


Hintergrund der Dokumentation oder besser der gebührenfinanzierten Gehirnwäschesendung ist ein im September letzten Jahres begangener Mord an einem Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz). Der Mann war erschossen worden, nachdem angeblich ein böser "Querdenker" seine Maske nicht aufsetzen wollte und es zu einem Streit kam.


Doch ungeachtet dieser zu verurteilenden Gewalttat, scheinen viele Deutsche nicht unbedingt Maßnahmenkritiker für den Verlust demokratischer Verhältnisse verantwortlich zu machen, sondern das korrupte politische System in Deutschland insgesamt. Für den Projektleiter der Allensbach-Umfrage ist die Sache scheinbar klar, denn er sieht offenkundig in knapp einem Drittel der Deutschen ausschließlich Nazis und Coronaleugner. So zieht Thomas Petersen in der ARD-Doku direkte Zusammenhänge zwischen Corona-Protesten und der AfD und stellt damit selbst eine Verschwörungstheorie in den Raum, indem er stark vereinfacht argumentiert:


"Unter den Coronaleugnern sind auffallend viele Rechtsradikale. Sicher ist nicht jeder, der da marschiert, ein Nazi. Aber es gibt doch Zusammenhänge. Wir sehen ziemlich deutlich, dass Rechtsradikale weitaus häufiger Corona-Verschwörungstheorien anhängen als nicht Rechtsradikale – und AfD-Anhänger weitaus häufiger als Anhänger aller anderen Parteien."

Dass hier alle, die mit den Maßnahmen der letzten zwei Jahre nicht einverstanden waren wieder direkt über einen Kamm geschert werden, wird sicherlich nicht gerade zu mehr Vertrauen in die demokratischen Prozesse des Landes, unter anderem in die Mainstreammedien als sogenannte vierte Gewalt des Staates führen. Das was hier gemacht wird, ist wieder einmal billigstes Framing in Reinkultur und das produziert von den Zwangsgebühren der Menschen, die in der Sendung als Nazis und Coronaleugner beleidigt werden sollen. So wird das nichts, sorry liebe ARD.


Quellen:


(1) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-fast-ein-drittel-glaubt-in-einer-scheindemokratie-zu-leben-a-19c81d38-eb1c-4d69-a001-8cfd4155cbcb


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