Ukrainekrise - Krieg aus Versehen?

Kann es in der Ukraine zu einem versehentlichen Krieg kommen? Womöglich, denn das Land wird vom Westen fleißig mit Waffen beliefert, die vor allem in der Krisenregion Donbass landen. Ein Vergleich zum Georgienkrieg 2008.


Die Lage in der Ukraine spitzt sich zu und die Kriegsgefahr scheint, wenn man den Medienberichten vertraut hoch wie nie zuvor. Auch in den russischen Nachrichten war die gefährliche Situation ein großes Thema, Thomas Röper, Journalist mit Wohnsitz in St. Petersburg hat den Bericht der Medien ins deutsche übersetzt.


Die russischen Nachrichten sprechen von ukrainischen Amokläufern und vergleichen die derzeitige Lage mit dem Angriff Georgiens auf Ossetien im Jahr 2008, als auch Friedenstruppen aus Russland attackiert wurden. Damals waren in Peking die Olympischen Spiele und Russlands Präsident Vladimir Putin war bei der Eröffnungszeremonie im Reich der Mitte zu Gast. So wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch dieses mal wieder sein.


Die falsche Behauptung, dass der Krieg und die Aggression im Kaukasus 2008 von Russland ausging und sich Georgien nur verteidigt hätte, wird bis heute gerne im Westen verbreitet. Sogar der Europarat veröffentlichte im Jahr 2009 einen Bericht über die Ereignisse, aus dem klar zu erkennen ist, dass die Georgier völkerrechtswidrig angriffen und Wohnviertel unter Raketenbeschuss nahmen, bevor die Russen erst am darauffolgenden Tag eintrafen und die georgischen Soldaten wieder zurückdrängten. Doch im Westen wird weiterhin das Märchen der russischen Aggression verbreitet, Vergleiche zur heutigen hitzigen Situation in der Ukraine sind klar erkennbar. Zur Kaukasuskrise von 2008 äußerte sich Putin knapp einen Monat nach der Tragödie, das Video dazu enthält deutsche Untertitel. Vielen Dank an Thomas Röper für die Übersetzung aus dem russischen Fernsehen.


Übersetzung:


Was man von Selensky erwarten kann, während Putin bei den Olympischen Spielen ist


Die Spannungen an der Kontaktlinie zur Ukraine im Donbass sind so groß, dass jederzeit mit Provokationen jeder Art zu rechnen ist. Hier ist ein scheinbar nicht damit zusammenhängendes Ereignis. Ein Mitglied der ukrainischen Nationalgarde, Artem Ryabchuk, hat seine Kameraden in Dnjeprpetrovsk mit einem automatischen Gewehr erschossen. Fünf Menschen wurden getötet und fünf weitere verwundet. Artem Ryabchuk hat sich ergeben. Seine Beweggründe kann er nicht erklären.


Und was, wenn genauso ein Ryabchuk, ohne seine Motive erklären zu können, am Steuerpult eines Grad-Mehrfachraketenwerfers den Knopf drückt und in dicht besiedelte Wohngebiete in Donezk schießt? Wie sollte das Militär im Donbass reagieren? In welchem Zeitrahmen sollte eine Entscheidung über einen Vergeltungsschlag getroffen werden? Und was dann? Das ist möglich.


Eine andere Möglichkeit: Putin fliegt nächste Woche zur Eröffnung der Olympischen Spiele nach Peking und Selensky bereitet sich auf einen Krieg vor, er ist bereit. Er ist ein ebenso nervöser Mensch wie Saakaschwili. So ist Putin bereits einmal zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking geflogen, zu den Olympischen Sommerspielen 2008. Und genau zu dem Zeitpunkt, nach endlosen Provokationen mit Schießereien, befahl der georgische Präsident Saakaschwili, der auf einen Krieg vorbereitet war und von den gleichen Vereinigten Staaten bewaffnet wurde, in der Nacht einen Raketenangriff auf die ossetische Hauptstadt Zchinwali. Und jetzt, vor den Olympischen Spielen, fühlt es sich an, wie ein Déjà-vu.


„Damals versuchten wir, die georgische Führung zu kontaktieren – alle weigerten sich, mit uns Kontakt aufzunehmen. Um 5.20 Uhr begannen georgische Panzerkolonnen, Zchinwali anzugreifen, und davor gab es einen massiven Grad-Raketenangriff, der zu ersten Opfern unter unseren Friedenstruppen führte. Zu dieser Zeit war ich in Peking und hatte ein kurzes Gespräch mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ich sagte ihm direkt, dass es uns nicht gelingt, mit der georgischen Führung Kontakt aufzunehmen, aber einer der Führer der georgischen Streitkräfte verkündete, dass sie einen Krieg mit Südossetien begonnen hätten. George antwortete mir, darüber habe bereits öffentlich gesprochen, dass niemand einen Krieg will. Wir hatten gehofft, dass die US-Regierung in diesen Konflikt eingreifen und das aggressive Vorgehen der georgischen Führung stoppen würde. Nichts dergleichen ist geschehen“, erzählte Putin.


Mehr noch: Die US-Medien haben den Beginn der Ereignisse komplett verschwiegen. Auch sie brauchten keinen Krieg, genauer gesagt, sie brauchten keinen Raketenangriff auf Befehl Saakaschwilis. Erst als Russland ankündigte, Südossetien militärisch zu unterstützen und eine Operation zu beginnen, um Georgien zum Frieden zu zwingen, explodierten alle wie auf Kommando und berichteten von einer angeblichen russischen Invasion.


„Es geht nicht nur darum, dass es der US-Regierung nicht gelungen ist, die georgische Führung von dieser kriminellen Aktion abzuhalten. Die amerikanische Seite hat die georgische Armee bewaffnet und ausgebildet. Wozu in interethnischen Konflikten jahrelang schwierige Verhandlungen führen und nach komplexen Kompromisslösungen suchen? Es ist einfacher, die eine Seite zu bewaffnen und sie dazu zu bringen, die andere Seite zu töten – und die Sache ist erledigt. Es scheint eine so einfache Lösung zu sein. Aber es hat sich herausgestellt, dass das nicht immer so ist“, sagte Putin.


Und noch etwas dazu, und wie aktuell ist das heute: „Ich höre oft die immer gleiche Frage: Welchen Platz weist Russland sich in der Welt zu, wo sieht es sich selbst? Wir sind ein friedliebender Staat und wollen mit allen unseren Nachbarn, mit allen unseren Partnern zusammenarbeiten, aber wenn jemand meint, dass er kommen und uns töten kann, dass unser Platz auf dem Friedhof ist, dann sollten diese Leute darüber nachdenken, welche Konsequenzen diese Politik für sie selbst hat.“, sagte Putin.


Und nun der Donbass. Dabei geht es gar nicht nur um den Donbass. Und es geht jetzt überhaupt nicht um die Ukraine, obwohl die USA alles auf die Ukraine schieben wollen.


Ende der Übersetzung


Quellen:


(1) https://www.echr.coe.int/Documents/HUDOC_38263_08_Annexes_ENG.pdf

(2) Führen Sie die Woche an. Ausgestrahlt am 30.01.2022. Was von Selenskyj zu erwarten ist, während Putin bei den Olympischen Spielen ist (vesti7.ru)

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