Ukraine-Krieg: Einigung unerwünscht? Warum musste der Verhandlungsführer Denis Kireev sterben?

Der Verhandlungsführer der Delegation, der die ersten Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine leitete, wurde gestern erschossen. Es wird vermutet, dass der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU den Mord begangen hat.


Ist ein Frieden und eine beidseitige Einigung im Ukraine-Krieg etwa unerwünscht? Diesen Schluss könnte man ziehen, wenn man davon ausgeht, dass der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU den Verhandlungsführer der ersten Gespräche ermordet hat.


Aleksandr Dubinsky, ein ukrainischer Abgeordneter meldete sich als Erster zu Wort, was den Tod des Delegationsleiters Denys Kireev anging. Auf Telegram erklärte Dubinsky, der Verhandlungsführer sei vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU ermordet worden. Dem vorausgegangen war ein Verhaftungsversuch Kireevs, der sich offensichtlich zur Wehr setzte. Dubinsky schrieb dazu:


„Ein Mitglied der ersten ukrainischen Delegation aus Gomel, Denys Kireev, wurde während der Festnahme durch SBU-Beamte getötet. Er wurde des Verrats verdächtigt. (…) Von 2006 bis 2008 arbeitete Denis Kireev im Sicherheitsdienst der Ukraine. Denis Kireev arbeitete bei SCM Finance, wo er die Position des stellvertretenden Generaldirektors innehatte. Kireevs nächste Arbeitsstelle war die österreichische GROUP SLAV AG der Kliuyevs mit Sitz in Wien (Anm.: Andriy Klyuyev gilt als 7. einflussreichste Person in der Ukraine). Gleichzeitig war Denis Kireev zwischen 2006 und 2012 Mitglied des Aufsichtsrats der Ukreximbank. Von 2010 bis 2014 war er Erster Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Oshchadbank im Auftrag der Kliuyevs. (…) Wie kam er dazu, der ukrainischen Delegation anzugehören, die mit den Besatzern verhandeln sollte – das würden wir gerne vom Präsidialamt erfahren.“

Verschiedene ukrainische Medien bestätigten durch ihre Veröffentlichungen Dubinskys Behauptungen, beriefen sich allerdings auf eigene nicht näher genannte Quellen. Auf den Fotos war die angebliche Leiche Kireevs zu sehen, das Gesicht nach oben zeigend auf einem Bürgersteig und mit Blut im Gesicht und unter dem Kopf.


Andere ukrainische Politiker gehen von einer kaltblütigen Hinrichtung per Kopfschuss aus. Anatoly Sharij, Abgeordneter und Journalist behauptet, Kireev sei durch einen gezielten Kopfschuss ermordet worden. Im nachfolgenden Video sieht man den Ermordeten bei der ersten Runde der Friedensverhandlungen am vergangenen Montag. Er sitzt dort ganz rechts am Tisch neben einigen anderen ukrainischen Beamten. Was jedoch rätselhaft ist, ist die Tatsache, dass Kireev wohl gar nicht auf der offiziellen Teilnehmerliste stand, die von der ukrainischen Regierung an die Medien weitergegeben wurde, daher bleibt es ungeklärt welche Rolle Kireev genau spielte.


Laut BZ-Berlin schildert der Militärgeheimdienst der Ukraine, GUR die Geschehnisse anders. Demnach wurde auf Facebook veröffentlicht, dass Kireev für den GUR als Kundschafter unterwegs gewesen sein soll und bei der "Verteidigung der Ukraine" starb. Durch seine Taten wäre die Ukraine dem Sieg nun näher hieß es weiter und Kireev soll einer von drei GUR-Agenten gewesen sein, die im Laufe einer Spezialoperation getötet wurden. Die Männer hätten ihrem Land einen heldenhaften Dienst erwiesen und seien bei dessen Verteidigung ehrenvoll gefallen, so die Worte des GUR auf seiner Facebook-Seite.



Ein weiterer sehr mysteriöser Todesfall ereignete sich am vergangenen Mittwoch in der Region Luhansk. Der Bürgermeister von Kreminna, Wolodymyr Struk wurde tot aufgefunden. Insider gehen davon aus, dass Struk von einem ukrainischen Sonderkommando entführt und hingerichtet wurde. Der Grund ist einfach: Struk fiel in der Vergangenheit durch russlandfreundliche Reden und Bemerkungen auf, seine Stadt Kreminna wollte der Bürgermeister den Russen kampflos überlassen. Auf Twitter soll Struks Leiche zu sehen sein, dem von einigen radikalen Kräften Hochverrat nachgesagt wurde.


Der Berater des ukrainischen Innenministers Anton Geraschtschenko schrieb zu dem Vorfall auf Telegram:


“Es gibt einen Verräter weniger in der Ukraine. Wolodymyr Struk (…). In der letzten Woche nahm er aktiv eine pro-russische Position ein, indem er sich für die Aufnahme von Gesprächen mit der Russischen Föderation (…) einsetzte und zu diesem Zweck Abgeordnete einberief. (…) Doch als die russischen Truppen 15 Kilometer nach Kremlinitz marschierten, wurde Wolodymyr Struk vor ein Militärgericht gestellt. Offenbar wurde er von nicht identifizierten Patrioten als Staatsfeind im Sinne des Kriegsrechts erschossen."

Was momentan in der Ukraine passiert, ist sehr schwer von außen zu beurteilen. Sicher ist, dass das Land vor Korruption nur so strotzt und es durchaus einige rechtsradikale-nationalistische Kräfte im Land gibt, die auch vor politischen Morden nicht zurückschrecken. Über die Korruption im Land berichtete vor einiger Zeit sogar noch der deutsche Mainstream.



Quellen:


(1) Ukrainisch-russischer Unterhändler getötet – Berichte — RT Russland & Ehemalige Sowjetunion

(2) https://t.me/dubinskypro/12275

(3) Geheimdienst-Krimi um getöteten Ukraine-Unterhändler – B.Z. Berlin (bz-berlin.de)

(4) https://t.me/Pravda_Gerashchenko/1565

(5) https://www.artikeleins.info/post/das-schweigen-der-medien-%C3%BCber-die-nazi-bataillone-in-der-ukraine


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