RKI-Vertrauensverlust: Nur noch ein Drittel der Deutschen glaubt noch an offizielle Corona-Zahlen

Laut einer INSA-Umfrage bezweifeln weit mehr als die Hälfte aller deutschen Bundesbürger die offiziellen Corona-Infektionszahlen, die das Robert-Koch-Institut vermeldet. Laut der Befragung glauben nur noch 32 Prozent der Deutschen an die Zahlen. Laut Angaben des RKI ist das Institut daran aber nicht selber schuld, sondern die zuständigen Gesundheitsämter.


Vertrauen die Deutschen noch in die vom RKI gemeldeten Corona-Zahlen? Das war der Kern einer von der BILD-Zeitung beauftragten INSA-Umfrage und das Ergebnis für das RKI ist vernichtend. Denn 57 Prozent der Bundesbürger hätten demnach keinerlei Vertrauen mehr in die Veröffentlichungen des RKI, nur 32 schenken den Verlautbarungen noch Glauben.


Das Infektionsgeschehen ist "in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet", gab sogar SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach gegenüber der BILD-Zeitung zu. Er sei demnach schon Ende Dezember über ungenaue Corona-Zahlen besorgt gewesen, so Lauterbach und die BILD zitierte ihn mit den Worten, dass die "Corona-Zahlen zwei bis drei Mal höher" lägen, als verkündet. Er begründete seinen Verdacht im Dezember damit, dass er eine "hohe Dunkelziffer" vermute, da "weniger getestet werde – etwa an Arbeitsplätzen und in Praxen."


Doch dieses mal begründet die BILD ihre Zweifel im Zusammenhang mit der INSA-Umfrage damit, dass viele Landkreise keine Kontaktnachverfolgung mehr betreiben würden und außerdem sich die Testergebnisse der Gesundheitsämter aufgrund von Ferien und Weihnachtsfeiertagen verzögern würden. Zu diesem Thema zitiert die BILD in ihrem Artikel eine Aussage des Grünen Wirtschafts-Experten Dieter Janecek:


"Wir sind in Deutschland leider in einem Datenblindflug durch zwei Jahre Pandemie gegangen." Sein Urteil beruht auf der Einschätzung, dass "Länder wie Großbritannien oder Dänemark, durch repräsentative Befragungen eine bessere Grundlage hätten".

Im folgenden kritisiert BILD die offiziellen Zahlen in Bezug auf die Krankenhausbelegungen:


"Auch die Hospitalisierungsinzidenz stimmt nicht! Viele, die als Corona-Patienten gezählt werden, sind nicht wegen Corona im Krankenhaus. Sie fließen trotzdem in die Hospitalisierungsquote ein."

Andere Politiker, wie etwa der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel fordern aufgrund des Datensalats ein zentrales Impfregister in Deutschland, da er Zweifel daran hege, ob die aktuelle Impfquote überhaupt der Realität entspreche. Rüddel wörtlich gegenüber BILD:


"Die wahre Zahl liegt vermutlich höher, da nicht alle Impfungen gemeldet wurden."

Das RKI ist sich laut BILD allerdings keinerlei Schuld bewusst, eher sehen die Protagonisten des Instituts die Gesundheitsämter als die Verursacher der ungenauen Werte, weil diese "die Daten nicht überall rechtzeitig melden". Die BILD stellte eine Anfrage an das RKI und bekam unter anderem zur Antwort:


"All das liegt nicht in der Verantwortung des RKI."

Aber schon Ende Dezember fragte die Redaktion des Boulevardblattes diesbezüglich beim RKI an und bekam die nichtssagende Antwort, dass "erst in der zweiten Januarwoche wieder mit einem belastbaren Corona-Lagebild zu rechnen ist."


Was das Pandemiemanagement angeht sind laut der INSA-Umfrage aktuell 51 Prozent der Deutschen eher unzufrieden mit der Handhabe, während 41 Prozent eher pro Krisenmanagement eingestellt sind. Außerdem befürworten 58 Prozent die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, 34 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus.


Quellen:


(1) Umfrage zeigt: Vertrauen in Corona-Zahlen weg! *** BILDplus Inhalt *** - Politik Inland - Bild.de

(2) Lauterbach warnt: Corona-Zahlen zwei- bis dreimal höher als gemeldet - Politik Inland - Bild.de

(3) Noch zehn Tage Blindflug: Regierung kennt die wahren Corona-Zahlen nicht! *** BILDplus Inhalt *** - Politik Inland - Bild.de

(4) Mehrheit der Deutschen traut laut Umfrage den offiziellen Corona-Zahlen nicht mehr (wirtschaft.com)

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