Pfizer sorgt sich vor einem Ende der Pandemie und vermeldet gleichzeitig Umsatzrekord

Pfizers neuester Quartalsbericht zeigt sich besorgt über zurückgehendes Vertrauen der Öffentlichkeit und einem möglichen Pandemieende. Zugleich weist das Papier einen neuen Umsatzrekord für den Pharmariesen aus.


Der US-amerikanische Pharmagigant Pfizer veröffentlichte gestern seinen Geschäftsbericht betreffend des vierten Quartals 2020 und des Jahres 2021. Albert Bourla, CEO von Pfizer formulierte höchstpersönlich die einleitenden Sätze des Dokuments, in denen ein beeindruckender Umsatzrekord sowie die Sorgen über die Zukunft aus Pfizers Sichtweise dargelegt werden. Hauptsorge des Unternehmens ist, wenn man dem 41-seitigen Bericht glaubt, ein mögliches Ende der Pandemie und die damit wohl versiegende monströse Einnahmequelle Covid-19 aber auch die Veröffentlichung schlechter Daten und die damit einhergehende negative Medienberichterstattung machen dem Konzern Sorgen.


Die eröffnenden Worte und Formulierungen der mit dem Bericht einhergehenden Telefonkonferenz von Pfizer unterscheiden sich ein wenig von dem Dokument aber nichtsdestotrotz war gerade im vierten Quartal 2020 und im Gesamtjahr 2021 das Pfizer-Präparat Comirnaty® der Verkaufsschlager unter den unfassbar vielen verkauften Produkten des Konzerns. Am Telefon waren sich die Verantwortlichen einig, dass "2021 ein Wendepunkt für Pfizer" war. Mehr noch, es war "ein Jahr, in dem wir in allen wichtigen Bereichen, auf die sich Pfizer fokussiert, neue Bestmarken gesetzt haben."


Das Unternehmen zeigt in seinen Statistiken auf, dass Pfizer in der Pharmabranche eine mittlerweile unangefochtene Monopolstellung genießt. In Zahlen drückt der Konzern das so aus:


  • "Wir haben schätzungsweise 1,4 Milliarden Patienten mit unseren Medikamenten und Impfstoffen erreicht. Das ist mehr als einer von sechs Menschen auf der Erde. Noch nie war der Einfluss von Pfizer auf die Patienten so weitreichend wie heute."

  • "Laut Morning Consult haben 61 Prozent der Amerikaner eine positive Meinung von Pfizer, was einem Anstieg von 33 Punkten seit Januar 2020 entspricht."

  • "Erst letzte Woche hat uns Fortune auf seiner jährlichen Liste der World's Most Admired Companies [der weltweit am meisten bewunderten Unternehmen] auf Platz vier gesetzt – die höchste Platzierung, die wir je erreicht haben."

  • "Fünfundneunzig Prozent unserer Kollegen gaben in einer internen Umfrage an, dass sie stolz darauf sind, für Pfizer zu arbeiten, das zu den besten Unternehmen in Amerika zählt."

  • "Wir haben unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung von 8,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 10,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 erhöht."

  • "Wir haben 13 wegweisende klinische Studien initiiert – die höchste Zahl, die Pfizer je hatte."

  • "Schließlich steigerten wir den Umsatz operativ um 92 Prozent auf 81,3 Milliarden US-Dollar und den bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie um 92 Prozent operativ auf 4,42 US-Dollar."

Bourlas Statement zu den Ereignissen der Jahre 2020 und 2021 befassen sich nicht mit den schwankenden Ergebnissen der Aktien, denn diese sind nur theoretisch und "verwässern" wenn wandlungsfähige Wertpapiere die noch offen sind am Ende in Pfizer-Aktien umgewandelt würden. Denn laut Bourla haben wir uns "in den ersten Tagen der COVID-19-Pandemie verpflichtet, alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen und Fachkenntnisse einzusetzen, um die Bevölkerung weltweit vor diesem tödlichen Virus zu schützen und Behandlungen anzubieten, die im Falle einer Infektion die schlimmsten Folgen zu vermeiden helfen." Am Geld scheiterte die "Wohltätigkeit" des Konzerns nicht denn:


"Wir setzten Milliarden von Dollar an Kapital für diese Ziele ein, ohne zu wissen, ob sich diese Investitionen jemals auszahlen würden."

Weiter schrieb der Pfizer CEO, dass "diese Erfolge nicht nur einen positiven Unterschied in der Welt gemacht" haben sondern:


"Ich glaube, dass sie Pfizer und seine Kultur für immer grundlegend verändert haben. Überall, wo ich im Unternehmen hinschaue, sehe ich Kollegen, die von dem, was wir bisher erreicht haben, inspiriert und von der Entschlossenheit erfüllt sind, am nächsten Durchbruch mitzuwirken, der die Welt für Patienten in Not verändern könnte."

Die eigentlichen Ziele des Konzerns finden sich auf der vierten Seite des Dokuments. Dort kann der Zusammenhang zwischen weltweiter Gesundheit und der von Pfizers Aktionären erwarteten und geforderten Maximierung der Gewinne herausgelesen werden:


  • "Die Mitte der Prognosespanne für den Umsatz entspricht einem Wachstum von 23 Prozent gegenüber dem Umsatz im Jahr 2021, einschließlich einer ungünstigen Auswirkung von Wechselkursveränderungen im Vergleich zu 2021 in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar oder 1 Prozent [des Umsatzes]."

  • "Die Umsatzprognose für 2022 beinhaltet außerdem: einen erwarteten Umsatz in Höhe von 32 Milliarden US-Dollar für Comirnaty® einschließlich der Dosen, deren Lieferung für das Geschäftsjahr 2022 im Rahmen von Verträgen, die Ende Januar 2022 unterzeichnet wurden, und ein voraussichtlicher Umsatz in Höhe von 22 Milliarden US-Dollar für Paxlovid®, das im Geschäftsjahr 2022 ausgeliefert werden soll, hauptsächlich im Rahmen von Lieferverträgen, die bis Ende Januar 2022 unterzeichnet oder zugesagt wurden."

Ursula von der Leyen, nicht gewählte Chefin der EU-Kommission und der Corona-Hardliner sowie unter mysteriösen Umständen gewordene deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach sind die Garanten für die gigantischen Summen die der Konzern in der bisherigen Pandemie scheffeln konnte. Lauterbach war seines Zeichens schon immer durch die Großabnahme von pharmazeutischen Erzeugnissen vor allem aber denen von Pfizer bekannt und "Flinten-Uschi" hat "leider" und "aus Versehen" ihre Handydaten zu den Deals mit Pfizer Chef Bourla gelöscht. Die dubiosen Geschäfte zwischen EU und dem Pharmariesen bleiben also weiterhin im Dunkeln.


In einem Artikel eines bekannten Wirtschaftsmagazins wurde Lauterbach gar als sichere Garantie für hohe Umsätze von Pharmakonzernen präsentiert, denn "mit Karl Lauterbach hat die Regierung einen Gesundheitsminister, der wie ein Gewinnturbo für Impfstoffhersteller wirkt – und dabei besonders für jenen, der bei den Deutschen (und in der EU) besonders beliebt ist: BioNTech. Weil das Impfen bis hin zum Boostern zu einem wichtigen Mittel im Kampf gegen die Pandemie erklärt wurde, sind fortlaufend hohe Cashflows garantiert."


Pfizer hat nur ein Problem, die Aktie des Unternehmens ist auf dem absteigenden Ast. Wenn man nach den Gründen für den Umstand sucht, muss man im Kleingedruckten nachlesen. Auf Seite 22 des Berichts finden sich hinter den Rubriken "Gesamtergebnisse", "Kapitalzuweisungen", "Ausgewählte berichtete Kosten und Aufwendungen", "Entwicklungen in Klinik und Forschung" und "Unternehmensentwicklungen" weitere, mit denen die anfängliche Euphorie etwas abflacht. Unangenehm wird es dann nach dem Absatz "Weitere Einzelheiten finden Sie in den beigefügten Finanzübersichten, Produktumsatztabellen und der Offenlegungsmitteilung." Unter "Erlöse für bestimmte auf Comirnaty® bezogene Produktionstätigkeiten, die im Auftrag von BioNTech durchgeführt werden" wird eine Gesamtsumme von "46 Millionen US-Dollar im vierten Quartal und 320 Millionen US-Dollar im Gesamtjahr 2021" genannt. Interessantes Detail für die Anleger.


Der Konzern "erwartet eine negative Auswirkung auf den Umsatz in Höhe von 0,7 Milliarden US-Dollar aufgrund der jüngsten und erwarteten Konkurrenz durch Generika und Biosimilars für bestimmte Produkte, die kürzlich den Patentschutz verloren haben oder ihn in Kürze verlieren". Nachahmer-Medikamente sind also auf dem Vormarsch, die Biosimilars und Generika könnten dem Unternehmen den Rang ablaufen aber man geht weiter davon aus, "dass im Jahr 2022 keine Aktienrückkäufe getätigt werden".


Noch weiter hinten, nämlich erst auf Seite 35 des Berichts folgen dann die möglichen "Risiken in Bezug auf unser Geschäft". Das sind laut dem Pharmariesen im Geschäftsbericht für das Dritte Quartal 2021 "Risiken im Zusammenhang mit präklinischen und klinischen Daten (einschließlich der Daten der Phase 2/3 für Comirnaty®), einschließlich der Möglichkeit ungünstiger neuer präklinischer, klinischer oder sicherheitsrelevanter Daten und weiterer Analysen vorhandener präklinischer, klinischer oder sicherheitsrelevanter Daten; die Fähigkeit, vergleichbare klinische oder andere Ergebnisse zu produzieren, einschließlich der Wirksamkeitsrate des Impfstoffes und des bisher beobachteten Sicherheits- und Verträglichkeitsprofils."


Für das vierte Quartal 2020 und das Gesamtjahr 2021 kann man auf Seite 21 nachlesen:


"Risiken im Zusammenhang mit präklinischen und klinischen Daten (einschließlich der Phasen 1/2/3 oder Phase 4 Daten für Comirnaty®, jeden anderen Impfstoffkandidaten im BNT162-Programm, Paxlovid® oder jede andere zukünftige COVID-19-Behandlung) in unseren Studien bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen oder in der realen Welt, einschließlich der Möglichkeit ungünstiger neuer präklinischer, klinischer oder Sicherheitsdaten und weiterer Analysen bestehender präklinischer, klinischer oder Sicherheitsdaten oder weiterer Informationen über die Qualität der präklinischen, klinischen oder Sicherheitsdaten, einschließlich durch Prüfung oder Inspektion".

In diesem Zusammenhang liest man "ungünstig" zum ersten Mal in einem Geschäftsbericht und zwar in Bezug auf die Sicherheitsdaten der Präparate. Und das nach der bedingten Zulassung der sogenannten Impfstoffe, die im Dezember 2020 erteilt wurde. Und auch beim Thema öffentliches Ansehen und dem Vertrauen der Bevölkerung in die eigenen Produkte sorgt sich der Konzern offensichtlich mehr und mehr. Im Dritten Quartal 2021 spricht Pfizer von "Herausforderungen in Bezug auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Impfstoffe oder Handelsbeschränkungen und Entwicklungen im Wettbewerb". Das ändert sich zum vierten Quartal noch einmal deutlich allerdings muss man genau hinsehen. Denn nun spricht das Unternehmen schon von:


"Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Vertrauen der Öffentlichkeit in unseren COVID-19-Impfstoff oder Paxlovid® einschließlich Herausforderungen aufgrund von Fehlinformationen, Zugang, Bedenken hinsichtlich der Integrität der klinischen Daten sowie der Aufklärung von Ärzten und Apotheken."

Pfizer scheint sich vor dem Verlust des öffentlichen Vertrauens zu fürchten, denn der Konzern hat Angst vor anderen Daten, vor allem von unabhängigen Wissenschaftlern. Daten, die Pfizers "Integrität" in Frage stellen würden, wie es zum Beispiel die Gruppe Wissenschaftler getan hat, die unangenehme Fragen zur Färbung des Vakzins an den Pfizer-Partner BioNTech gestellt haben. Dass es bei Pfizer in erster Linie ums Geld und erst nachträglich um die Optimierung der globalen Gesundheit geht, kann man auch in den vorangegangen Berichten deutlich nachlesen. Dort war eine der größten Sorgen des Konzerns beispielsweise:


"Störungen in den Beziehungen zwischen uns und unseren Kooperationspartnern, klinischen Lieferanten, einschließlich unserer Beziehung zu BioNTech; … das Risiko, dass andere Unternehmen überlegene oder konkurrierende Produkte herstellen; das Risiko, dass die Nachfrage nach Produkten sinkt oder nicht mehr besteht."

Aber am meisten fürchtet man sich bei Pfizer und seinen Aktionären offenbar vor einer Entspannung der pandemischen Gesamtlage, vor allem vor der "Möglichkeit, dass COVID-19 in seinem Schweregrad oder seiner Prävalenz abnimmt oder ganz verschwindet". Der Pharmariese hat Angst vor dem Ende der Pandemie weil dann die Kassen aufhören zu klingeln.


Quellen:


(1) Pfizer Inc. - Pfizer Reports Fourth-Quarter and Full-Year 2021 Results

(2) Q4-2021-Earnings-Conference-Call-Prepared-Remarks-FINAL.pdf (q4cdn.com)

(3) PFE - 10.03.2021-EX 99 (q4cdn.com)

(4) https://www.artikeleins.info/post/nach-fragenkatalog-an-biontech-zum-impfstoff-wissenschaftler-finden-antworten-unbefriedigend


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