Omikron - Pandemie der Geimpften?

Viele schreien förmlich nach einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland. Die Begründung, die einem um die Ohren gehauen wird, ist immer wieder die neue Omikron-Variante des Coronavirus. Doch jetzt wurden Daten des RKI bekannt , die zeigen dass nahezu alle Omikron-Infizierten doppelt oder sogar dreifach geimpft sind.


"Welle", "Wand", jetzt ein "Tsunami" der neuen Omikron-Variante. Das sind die ständigen und eindringlichen Warnungen von Bundeskanzler Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach. Die allgemeine Impfpflicht muss am besten gestern statt heute eingeführt werden, man meint es ginge den Protagonisten in Politik und Medien gar nicht schnell genug. Laut Frankfurter Rundschau kann die Politik "nicht auf Klarheit warten", denn die Zeit drängt.


Das deutsche Robert-Koch-Institut aber, bringt die Impfpflicht-Hardliner mit neuen Daten jetzt wohl eher ungewollt als bewusst in starke Erklärungsnot, denn seit Ende November 2021 infizierten sich vermehrt doppelt- und dreifach Geimpfte mit der neuen Mutante. Das jedoch würde die Verhältnismäßigkeit einer allgemeinen Impfpflicht noch einmal mehr in Frage stellen als ohnehin schon. Ungeimpfte Menschen waren dagegen kaum von Omikron betroffen, was den Schluss zulassen würde, dass sich die Geimpften anfälliger für die Variante zeigen.


Der RKI-Wochenbericht und die daraus zu ziehenden Schlüsse


Das RKI zeigt in seinem neuesten Wochenbericht auf, dass zwischen dem 21. November 2021 und dem 27. Dezember 2021 10 443 Omikron-Fälle detektiert wurden, wovon aber nur bei 4206 Infizierten der Impfstatus bekannt ist. Von dieser Zahl Infizierter waren 4020 vollständig immunisiert, 1137 sogar schon "geboostert". Nur 186 Menschen wurden noch nicht mit den sogenannten Covid-Impfstoffen behandelt. Das bedeutet, dass 95,6 Prozent der Infizierten geimpft, dagegen nur 4,4 Prozent nicht geimpft waren, was einen zu der Vermutung veranlassen könnte, dass Omikron sich gerne bei Geimpften einnistet und sich über sie weiterverbreitet.


In Deutschland betrug die Impfquote Ende November 68 Prozent, im Dezember 71 Prozent. Übrigens, umgerechnet 27 Prozent der Omikron-Fälle waren schon dreimal in den Genuss der sich noch in klinischen Testphasen befindlichen Substanzen gekommen. 38 Prozent der Deutschen haben sich Stand Ende Dezember für einen "Booster" entschieden. Das geht aus dem Impf-Monitoring des RKI hervor.


Symptome von Omikron überwiegend mild


Aber was sind eigentlich die Ursachen für die Omikron-Panik? Dazu muss man sich erst einmal nüchtern und sachlich mit den Symptomen der Variante auseinandersetzen. Im RKI-Wochenbericht finden sich von insgesamt 10 443 Omikron-Fällen, 6788 mit Angaben zu den Symptomen, die aber überwiegend mild waren. Das RKI berichtet dazu:


"Am häufigsten wurde von Patientinnen und Patienten mit Symptomen Schnupfen (54 Prozent) Husten (57 Prozent und Halsschmerzen (39 Prozent) genannt."

Informationen darüber, ob einer der 6788 Fälle auf Intensivstation behandelt werden musste, gibt es nicht. Laut Bericht waren 124 Fälle in klinischer Behandlung, aber nicht intensiv. Das würde einem Prozentsatz von 1,8 entsprechen und meiner Meinung nach nicht wirklich ein schlagkräftiges Argument einer obligatorischen Impfung sein. Nehmen wir einmal an, von den Fällen mit unbekanntem Symptomverlauf hatte wirklich keiner irgendwelche Probleme, dann würde das bedeuten, dass 12 von 1000 Infizierten in eine Klinik mussten. In eine Klinik, nicht auf eine Intensivstation!


In dem Wochenbericht wird auch von vier Toten im Zusammenhang mit einem positiven Omikron-Corona-Test gesprochen, das wäre dann ein prozentualer Anteil von 0,038. Wobei bei den vier tragischen Todesfällen die Information schuldig bleibt, ob wirklich Corona die Todesursache gewesen ist oder etwas anderes, das heißt ob sie "mit" oder "an" Covid starben.


Im "Worst-Case-Szenario" würden sich in Deutschland knapp zehn Prozent, das heißt 8,3 Millionen Bürger mit der Omikron-Variante infizieren, was einer Inzidenz (ohnehin ein nichts aussagender Wert) von 10 000 entspräche. Von diesen 8,3 Millionen müssten anhand der Daten des RKI 100 000 ins Krankenhaus und 3150 würden "mit" oder "an" Corona versterben. Die 100 000 Hospitalisierten würden 1,2 Prozent der Infizierten (nicht der Gesamtbevölkerung) ausmachen. Das ist nicht wirklich ein zwingend erforderliches Argument für eine allgemeine Impfpflicht.


Betten werden abgebaut


In den letzten 20 Jahren wurden in Deutschland knapp 100 000 Krankenhausbetten abgebaut. Trotzdem verfügt die Bundesrepublik über etwa 500 000 Betten. Diese Reduktion von Kapazitäten wurde auch in der schlimmsten Pandemie aller Zeiten fleißig weiterbetrieben. 2021 wurden neun Kliniken vollständig geschlossen und 22 teilweise zugemacht. 2020, also während der furchtbaren ersten und zweiten Welle schloss man auch 20 Krankenhäuser.


2020 kündigte die Bundesregierung noch an, die Klinikkapazitäten mit 700 Millionen Euro zu finanzieren, damit diese ihr Angebot ausweiten konnten und mehr Kapazitäten schaffen würden. Doch heute, fast zwei Jahre nach Pandemiebeginn ist davon nichts zu sehen, im Gegenteil, die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am 21. Oktober 2020 noch 27 120 Betten, ein Jahr später nur noch 22 170. Wohin ist bitteschön das ganze Steuergeld versickert?




Bis Ende Dezember 2021 wurden sogar noch einmal 400 Betten abgebaut und somit stehen in der BRD zum 1. Januar 2022 nur noch 21 795 betreibbare Betten zur Verfügung.


Heute vor einem Jahr waren zudem in Deutschland rund 1300 Intensivbetten mehr belegt als zum 1. Januar 2022. 2900 Intensivbetten stehen demnach zur Zeit deutschlandweit leer und können betrieben werden. Also noch einmal: was wird hier gespielt, wo ist das Steuergeld in Millionenhöhe hin verschwunden und warum ist die Bundesregierung so versessen darauf, jedem Bundesbürger die mRNA-Substanzen zu verabreichen?


Erneut Fragen über Fragen und wenige Antworten, eins ist aus den Daten des RKI und des DIVI allerdings klar ersichtlich: eine allgemeine Impfpflicht wegen Omikron ist nicht nur unverhältnismäßig sondern auch antiwissenschaftlich und dogmatisch.


Quellen:


(1) Omikron und Impfpflicht: Die Politik kann nicht auf Klarheit warten (faz.net)

(2) Wöchentlicher Lagebericht des RKI zu COVID-19

(3) RKI - Coronavirus SARS-CoV-2 - Digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung

(4) Krankenhausbetten - Anzahl in Deutschland bis 2019 | Statista

(5) Deutschland in der Pandemie: Neun Kliniken geschlossen - taz.de

(6) Kliniksterben in der Pandemie - Plusminus - ARD | Das Erste

(7) Deutscher Bundestag - 686 Millionen Euro für zusätzliche Intensivbetten

(8) Fehlende Pflegekräfte auf Intensivstationen: In jedem dritten Bett kann kein Patient mehr behandelt werden (divi.de)

(9) Fehlende Pflegekräfte auf Intensivstationen: In jedem dritten Bett kann kein Patient mehr behandelt werden (divi.de)

(10) DIVI Visualizations (rki.de)

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