Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren in China: Wer steckt hinter den "Xinjiang Police Files"?

Mehrere Medienberichte haben in den vergangenen Wochen über sogenannte Enthüllungen von Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren in China geschrieben. Doch was bedeuten die "Xinjiang Police Files" wirklich und wer hat sie in die Welt gesetzt?

Bild: Screenshot xinjiangpolicefiles.org


In den hiesigen Medien wurde vor einigen Tagen ausgiebig über die prekäre Menschenrechtslage in China berichtet, aber nicht etwa über die harten Lockdowns in Shanghai, sondern über die sogenannten "Xinjiang Police Files". Die angeblichen Leaks sollen Daten der chinesischen Polizei darstellen und die massive Misshandlung tausender, wenn nicht gar Millionen Uiguren in der Volksrepublik beweisen. Laut einem Artikel im NATO-treuen Spiegel wurden die betreffenden Daten einem Mann namens Adrian Zenz übermittelt und der "teilte die Informationen mit dem SPIEGEL, dem Bayerischen Rundfunk und mehr als zehn internationalen Medienpartnern wie der BBC und »Le Monde«. Mehr als 30 Journalisten aus aller Welt haben die Daten ausgewertet und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.“


Doch wer ist dieser Herr Adrian Zenz? Der Spiegel erklärte dazu, dass der Datensatz "bei dem deutschen Anthropologen und Chinaexperten Adrian Zenz, der Senior Fellow an der Victims of Communism Memorial Foundation in Washington, D.C., ist" landete. Jedoch weiß sonst niemand wirklich genau, woher das Material eigentlich kommt, der Spiegel kommentiert das so:


„Laut eigenen Angaben bekam er die Daten von einem anonymen Hacker zugespielt, der auf chinesische Regierungssysteme Zugriff hatte.“

Ein anonymer Hacker ist jetzt nicht wirklich die seriöseste Quelle wenn es darum geht, Daten zu verifizieren, deshalb ist es wichtig sich anzusehen, wer denn die Victims of Communism Memorial Foundation ist, die der Spiegel als Arbeitgeber von Adrian Zenz angegeben hat. Die Victims of Communism Memorial Foundation wurde im Jahr 1993 als Mahnmal für die unzähligen Opfer des Kommunismus von der US-amerikanischen Regierung eingerichtet und Washington hat dazu extra eine Stiftung gegründet um die Einrichtung zu finanzieren. Das bedeutet, dass Adrian Zenz indirekt für die Regierung der Vereinigten Staaten arbeitet denn die Stiftung die ihn bezahlt, wird von der Regierung finanziert und wurde auch von ihr ins Leben gerufen.


Jetzt kann es einem verdächtig vorkommen, wenn genau diese Stiftung, also in Wirklichkeit das Weiße Haus dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel einen angeblichen Leak zuspielt, der Menschenrechtsverletzungen in China bezeugen soll und zudem noch von einem anonymen Hacker stammt. Warum hat der Hacker die Daten nicht selbst an die Öffentlichkeit gebracht, sondern hat sie an die US-Regierung weitergeleitet? Und warum stellt der Spiegel diese Frage nicht? Wohl aus dem Grund weil allseits bekannt ist, dass China der ärgste Rivale der USA ist und es da passend erscheint, ein paar bestialische Menschenrechtsverletzungen in dem kommunistischen Regime in Peking aufzudecken.


Die Lager die in den Datensätzen beschrieben werden, könnten von Korrespondenten vor Ort problemlos besucht werden um die Wahrheit über die Files herauszubekommen. Doch das wird nicht gemacht, stattdessen werden Begriffe wie "KZ" benutzt und es wird pauschal von Umerziehungs- und Arbeitslagern gesprochen. Man muss beim westlichen Medienkonsumenten eben nur den richtigen Trigger finden. Doch wenn westliche Korrespondenten sich kein Bild vor Ort machen, wer dann? Russland hat schon im Jahr 2021 einige Journalisten in die angeblichen Lager entsandt und dabei festgestellt, dass es sich bei den Straflagern keineswegs um Straflager handelte, sondern um zivile Einrichtungen.


Ein Jahr später wurde nun also die gleiche Story neu verpackt und ummantelt und die westliche Presse stürzte sich wie ein Rudel tollwütiger Wölfe bereitwillig und in vorauseilendem Gehorsam zu den USA auf die angeblichen Leaks. Die sogenannten Enthüllungen machen US-Geopolitik mithilfe einer eigens dazu gegründeten Stiftung und dabei geht es nicht um Menschenrechte der Uiguren, die sicherlich nicht überall in China gut behandelt werden aber die Masche funktioniert eben immer. Man trommelt gegen ein bestimmtes Land das einem auf die Nerven geht, weil es den eigenen Machtinteressen im Weg steht und schon hat man eine anti-russische oder in dem Fall eine anti-chinesische Stimmung bei den Lesern erzeugt. Russlands Berichterstattung über den Konflikt zwischen China und den USA behandelt dagegen ganz andere Schwerpunkte, dort wird gesagt, dass den USA Chinas Erfolge gewaltig gegen den Strich gehen. Von Uiguren und einer billigen Propagandaschmutzkampagne keine Spur, man beschäftigt sich mit Geopolitik.


Zu guter Letzt hat auch die Hochkommissarin der Vereinten Nationen nichts derartiges gefunden, was man in punkto Uiguren in China und deren Behandlung kritisieren könnte. Doch für Blätter wie den Spiegel sind UNO-Quellen offenbar nicht seriös genug, denn kurze Zeit später erklärte das Magazin die "UNO-Menschenrechtskommissarin in China - Ihres Amtes für unwürdig". Die Frau ist eben keine US-Amerikanerin und gehört auch keiner von den USA ins Leben gerufenen Stiftung an.


Quellen:


(1) Home - (xinjiangpolicefiles.org)

(2) https://www.spiegel.de/ausland/xinjiang-police-files-so-haben-wir-das-datenleck-ueberprueft-a-0dc1d2e6-2771-48ab-af72-ded4aae6970b

(3) https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2003/12/the-forgotten-millions/302849/

(4) https://vesti7.ru/video/2298356/episode/16-05-2021/

(5) https://vesti7.ru/video/2417639/episode/29-05-2022/

(6) https://www.spiegel.de/ausland/michelle-bachelet-in-xinjiang-ihres-amtes-unwuerdig-kommentar-a-6b49584d-13fd-4eda-b588-04ce681aba1d


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