Melnyk wird nach Leugnung von Massakern Banderas wohl ins ukrainische Außenministerium berufen

Der ukrainische Botschafter und Leugner von Kriegsverbrechen Andrij Melnyk wird nach seinen Ausschweifungen über den Massenmörder Stepan Bandera Deutschland wohl verlassen. Als Belohnung winkt dem Verharmloser von Menschlichkeitsverbrechen gegen Juden und Polen offensichtlich ein Posten im Außenministerium der Ukraine.

Foto: Screenshot Twitter


Der ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk wird Deutschland wohl verlassen und zur Belohnung für seine Massenmordleugnung im Zweiten Weltkrieg einen Posten im ukrainischen Außenministerium bekommen. Melnyk, der erst vor Kurzem in einem Interview bei Tilo Jung die Verbrechen des Stepan Bandera vehement geleugnet hatte und sich davon auch nach heftiger Kritik aus Israel, Polen und sogar Kiew nicht distanzieren wollte sagte noch vor knapp drei Monaten in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ):


"Uns kann es jetzt nicht darum gehen, zwischen bösen Russen und guten Russen zu unterscheiden."


Melnyk befindet sich mit solchen verstörenden Aussagen in einer Reihe mit einigen ukrainischen Militärs der Gegenwart, denn viele von denen fordern noch heute, alle Russen zu töten, egal ob Kinder, Frauen, Männer oder Alte. Andere wollen russische Kriegsgefangene auch einfach kastrieren und zwar "weil sie Kakerlaken sind und keine Menschen."


In der Ukraine geschehen seit Jahren solche menschenfeindlichen Dinge aber die westliche Presse schweigt sich darüber aus und in Deutschland gibt es sogar einen Botschafter, der diese Verbrechen, egal ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart auch noch gutheißt. Vor einer Woche gab Melnyk dem Spiegel ein Interview und wurde darin mit Stepan Bandera konfrontiert. Der Spiegel schrieb in Bezug auf das Melnyk-Interview bei Tilo Jung:


"Im Interview forderte Melnyk Belege von Journalist Jung ein, dieser verliest ein Flugblatt, das Bandera damals verteilt haben soll (»Moskowiten, Polen, Ungarn und Juden sind deine Feinde, vernichte sie!«). Dann sagt er erneut: »Ich verstehe nicht, wie man jemanden als Helden bezeichnen kann, der gleichzeitig Massenmörder von Juden und Polen war.« Melnyk antwortet, Bandera sei kein Massenmörder von Juden und Polen gewesen. »Ich werde dir heute nicht sagen, dass ich mich davon distanziere. Und das war’s!«, so der Botschafter schließlich."

Doch anstatt Bandera für seine Verbrechen zu verurteilen und Melnyk für dessen Reinwaschung scharf zu kritisieren, versuchte der Spiegel in seinem Artikel die Bandera-Anhänger in einem guten Licht dastehen zu lassen:


"Im gleichen Jahr (Anm.: gemeint ist 2015) beschloss die Ukraine das Dekommunisierungsgesetz »Über den Rechtsstatus und die Verehrung der Kämpfer für die ukrainische Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert«, das die Rolle nationalistischer Partisanen als Freiheitskämpfer für eine souveräne Ukraine umdeutete. Der Bandera-Kult konnte sich allerdings nicht uneingeschränkt entfalten: Zwar fand er in der Westukraine viele Anhänger, in der Zentral- und Ostukraine wird er aber bis heute abgelehnt."

Auf Wikipedia kann man über Bandera und seine Vorgehensweise im Zweiten Weltkrieg lesen:


"Nach Darstellung von Grzegorz Rossoliński-Liebe war Bandera ein „überzeugter Faschist“. Er weist Bandera für die während seiner Abwesenheit 1943/44 verübten Massaker in Wolhynien und Ostgalizien eine zumindest „moralische Verantwortung“ zu. „Vor dem Krieg machte er (Bandera) kein Geheimnis daraus, dass ‚nicht nur Hunderte, sondern Tausende Menschenleben geopfert werden müssen‘, damit die OUN ihre Ziele realisieren und ein ukrainischer Staat entstehen könne. Die Massengewalt beziehungsweise die ‚Säuberung‘ der Ukraine von Juden, Polen, Russen und anderen ‚Feinden‘ der Organisation war ein zentraler Bestandteil seiner Ziele."

In der Ostukraine und auch in Teilen der Zentralukraine wird der Bandera-Kult überwiegend abgelehnt aber das Regime versucht durch seine rechtsradikalen Milizen seit Jahren die Anhängerschaft Banderas auch in diesen Gebieten zu vergrößern. Man benennt Plätze und Straßen nach Bandera, Kinder müssen in der Schule lernen was er für ein ukrainischer Held war und es wird jedes Jahr eine Ehrung per Parlamentsbeschluss durchgeführt, nicht nur von Bandera sondern auch von anderen Kriegsverbrechern der Nazizeit.


Doch nun scheint Melnyk mit seinen Ausführungen zu weit gegangen zu sein, denn Kiew gab erst vor Kurzem eine Erklärung zu seinen Aussagen ab. Man sah sich wohl gezwungen zu handeln um Warschau nicht zu verärgern. Polen ist für die Ukraine von essentieller Bedeutung aber die Polen sehen Bandera aufgrund der Geschichte naturgemäß anders als die Ukrainer. In der Erklärung heißt es:


"Wir sind überzeugt, dass die Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen jetzt ihren Höhepunkt erreicht haben.
Die Ukraine ist Polen dankbar für seine beispiellose Unterstützung im Kampf gegen die russische Aggression. Es gibt keine Themen, die uns trennen, denn sowohl Kiew als auch Warschau verstehen die Notwendigkeit, angesichts gemeinsamer Herausforderungen die Einheit zu wahren.
Die Meinung, die der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrej Melnyk, in einem Interview mit einem deutschen Journalisten geäußert hat, ist seine eigene und spiegelt nicht die Position des Außenministeriums der Ukraine wider."

Polen möchte keine Eskalation und daher hat die Ukraine durch die Erklärung erst einmal versucht, die Sache mit Melnyk zu beruhigen. Zudem würde Warschau gerne seinen Einfluss auf das Nachbarland ausbauen, da wäre es eher kontraproduktiv, sich mit Kiew wegen eines Botschafters in Berlin in die Haare zu kriegen. Melnyk wurde für seine schmierigen Aussagen auch von Israel scharf kritisiert, ist sich jedoch keineswegs eines eigenen Fehlers bewusst und belehrt stattdessen lieber Deutschland wie es mit seiner Nazi-Vergangenheit umzugehen habe.


Über das rechtsfaschistische Asow-Regiment das für Zehntausende Tote in der Ostukraine verantwortlich ist, lässt der (Noch-) Botschafter in Berlin ebenfalls nichts kommen. Im Gegenteil, er verehrt die Nazi-Schergen sogar als "mutige Kämpfer" die ihre Heimat verteidigen, "vor allem die belagerte Stadt Mariupol".


Dass die vorgeblich so demokratisch gesinnten Kräfte in der Westukraine keinerlei Interesse daran haben und hatten, die Neofaschisten in ihrem eigenen Land im Zaum zu halten, berichtete im Jahr 2014 sogar noch der Focus und schrieb:


"Das Bataillon Asow ist eine rechtsradikale Miliz. „Die historische Mission unserer Nation in diesem kritischen Moment ist, die weißen Rassen der Welt in einen finalen Kreuzzug für ihr Überleben zu führen“, sagte der Kommandeur Andrij Bilezki der britischen Zeitung „Telegraph“. Seine Miliz kämpft an der Seite der ukrainischen Regierungstruppen gegen die pro-russischen Separatisten. Neonazis im Dienste der Regierung."

Auf sehr linksgerichteten Blogs wurde noch Mitte 2021 von der fehlenden Distanzierung des jüdisch-stämmigen ukrainischen Präsidenten Selenskji von den rechtsextremen Kräften in der Ukraine berichtet. Selenskji wurde in der jüngeren Vergangenheit oft angedroht, ihn bei jeglichem Anzeichen diplomatischer Bemühungen mit Moskau am nächsten Baum aufzuhängen. In dem Artikel hieß es:


"Selenskyj kam im Jahr 2019 aufgrund der weit verbreiteten Desillusionierung und des Abscheus über seinen rechten nationalistischen Amtsvorgänger Petro Poroschenko an die Macht. Die Bestätigung seines Angebots an Sternenko zeigt jedoch, dass er in Wirklichkeit das offensichtliche Bündnis zwischen der ukrainischen Oligarchie und Neonazi-Schlägertrupps fortgesetzt und vertieft hat. […] Die ukrainische Regierung hat vor Kurzem eine Strategie zur „Wiedererlangung“ der Krim vorgestellt und setzt – mit militärischer Unterstützung der USA – ihre potenziell katastrophale Konfrontation mit Moskau fort. Deshalb sind Personen wie Sternenko für sie unverzichtbar, da sie sowohl im Kriegsgebiet als auch bei der Unterdrückung des Widerstandes der Bevölkerung die Drecksarbeit übernehmen. […] Selenskyjs immer offenere Beziehungen zur extremen Rechten des Landes beweisen erneut, dass die ukrainische herrschende Klasse diese Elemente in einem potenziellen Krieg mit Russland als Speerspitze einsetzen will."

Ein ukrainischer Sender, der vor einiger Zeit die Rekrutierung von Rechtsextremen und deren Förderung durch den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU veröffentlichte, wurde im Gegenzug von Selenskji und seinem Regime in Kiew verboten.


Melnyk selber ist ein Kriegstreiber wie er im Buche steht. Vor gut einer Woche hatte eine Gruppe deutscher Prominenter einen offenen Brief an die Bundesregierung mit dem Appell "Waffenstillstand jetzt!" veröffentlicht und daraufhin beleidigte Melnyk die Gruppe in den schärfsten Tönen. Auf Twitter schrieb der Bandera-Verehrer:


"Nicht schon wieder, what a bunch of pseudo-intellectual loosers (Übersetzung: „was für ein Haufen pseudo-intellektueller Versager“). Ihr alle Varwicks, Vads, Kluges, Prechts, Yogeshwars, Zehs & Co. sollt euch endlich mit euren defätistischen „Ratschlägen“ zum Teufel scheren. Tschüß"


Konsequenzen für diese Aussagen? Keine. Melnyk äußerte sich in besagtem Interview mit Tilo Jung auch zu seinen sehr guten Beziehungen zur Waffenindustrie. Wahrscheinlich weht daher der Wind. Denn auch beim Thema Ukraine-Beitritt zur Europäischen Union scheinen sich die Verantwortlichen nicht um die Aussagen des Botschafters kümmern zu wollen, nein, man will, um die Ukraine in die EU zu holen sogar das Einstimmigkeitsprinzip bei der Entscheidungsfindung abschaffen. Kiew hat sich ja formal für Melnyks Aussagen entschuldigt, das reicht der Bundesregierung offensichtlich vollkommen aus. Es hat ganz den Anschein, als sei man davon überzeugt, dass nur der Botschafter derartige Ansichten vertreten würde, doch das ist eben nicht der Fall. Die Leugnung von Massenmorden an Polen, Russen und Juden ist innerhalb Deutschlands wohl wieder erlaubt aber nur wenn sie von einem Ukrainer kommt.


Quellen:


(1) https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ukrainischer-botschafter-andrij-melnyk-im-gespraech-ueber-butscha-17937279-p2.html

(2) Ermordet, gefoltert, verschleppt: Wie die ukrainische Führung mit Oppositionellen umgeht (artikeleins.info)

(3) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-andrij-melnyk-provoziert-mit-verharmlosung-von-stepan-bandera-a-e725328d-eba2-4f40-a865-b58a67d13804

(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera

(5) http://warcrimesofkiev.com/?lang=de

(6) https://mfa.gov.ua/en/news/komentar-rechnika-mzs-ukrayini-olega-nikolenka-shchodo-ukrayinsko-polskih-vidnosin

(7) https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-07/polen-andrij-melnyk-stepan-bandera

(8) https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/15099303

(9) https://smotrim.ru/article/2766839

(10) https://www.israelnetz.com/israel-und-polen-verurteilen-ukrainische-aktionen/

(11) https://www.focus.de/politik/ausland/das-bataillon-asow-schmutziger-kampf-in-der-ukraine-neonazis-im-dienst-der-regierung_id_4058717.html

(12) https://www.wsws.org/de/articles/2021/05/03/ukra-m03.html

(13) https://taz.de/Medien-in-der-Ukraine/!5748893/

(14) https://www.zeit.de/2022/27/ukraine-krieg-frieden-waffenstillstand

(15) https://www.merkur.de/politik/eu-gipfel-scholz-eu-beitrittskandidatur-ukraine-91627365.html

(16) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/bundesregierung-aeussert-sich-erstmals-zur-melnyk-kontroverse/


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