Lockdown für Ungeimpfte in Sachsen - "2G" sogar am Arbeitsplatz?

Sachsens Landesregierung plant eine erhebliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Laut verschiedener Medienberichte wird ein Lockdown für Ungeimpfte vorbereitet. Die "2G"-Regelung würde dann sogar am Arbeitsplatz Anwendung finden.



Ein weitgehender Ausschluss von Ungeimpften aus dem öffentlichen Leben durch die weitläufig angewandte "2G"-Regelung steht den Menschen in Sachsen bevor. Die radikal verschärften Corona-Maßnahmen werden laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung mit den stark ansteigenden Fallzahlen begründet.


Sollte dieser Plan umgesetzt werden, dürften damit Ungeimpfte nur noch Geschäfte für den täglichen Bedarf betreten, etwa Kaufhallen, Drogeriemärkte und Apotheken. Körpernahe Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Besuch beim Friseur wäre mit einem aktuellen negativen Test noch möglich. Alle sonstigen Einzelhändler und sogar der eigene Arbeitsplatz wären für Ungeimpfte dann aber "Sperrzone".


Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer forderte bereits vor zwei Tagen eine umfassende "2G"-Regelung. Gleichzeitig schob er den Ungeimpften die Schuld für die steigenden Fallzahlen in die Schuhe:


"Die Infektionen bei den ungeimpften Menschen bestimmen diese vierte Welle. Wir brauchen eine öffentliche Debatte zu den aktuellen Corona-Entwicklungen, die Entscheidungen über die Schutzmaßnahmen müssen gesellschaftlich mitgetragen werden."

Man könne nun "entscheiden, ob Einschränkungen auf die Risikogruppe der Ungeimpften konzentriert werden können. Doch in einigen Wochen wird es auch diese Option nicht mehr geben. 2G ist jetzt zwingendes Muss."


Die neue Corona-Schutzverordnung des Bundeslandes könnte die deutlich verschärften Regeln enthalten. Am 9. November tritt diese in Kraft. Bei einer Inzidenz von 253,9 sind in Sachsen nur 56,5 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Mit dieser Quote liegt das Land bundesweit abgeschlagen auf dem letzten Platz.


Kretschmer hatte sich bereits vor einiger Zeit gegen das Auslaufen der epidemischen Notlage ausgesprochen. Was die neue harsche Impfstrategie des Ministerpräsidenten angeht, gibt es in den sozialen Medien viel Kritik. Dabei wird Kretschmer an seine eigenen Aussagen aus dem Mai 2020 erinnert:


"Niemand wird in Deutschland gegen seinen Willen geimpft. Auch die Behauptung, dass diejenigen, die sich nicht impfen lassen, ihre Grundrechte verlieren, ist absurd und bösartig. Lassen Sie uns Falschnachrichten und Verschwörungstheorien gemeinsam entgegentreten."


Knapp zwei Drittel der Sachsen sprachen sich am Freitag in einer Umfrage der Leipziger Volkszeitung gegen die neuen Pläne der Landesregierung aus. Die Bürger im Freistaat lehnen einen Lockdown für Ungeimpfte kategorisch ab. Und die angesprochenen "Verschwörungstheorien" des Ministerpräsidenten haben sie schon lange durchschaut.


Quelle:


(1) Sachsen: Corona-Lockdown für Ungeimpfte? Diese 2G-Regeln sind geplant (lvz.de)

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