Johnson & Johnson muss Babypuder vom Markt nehmen: 38 000 Klagen sind anhängig

Nach einer Flut von mittlerweile 38 000 Klagen muss der Pharmariese Johnson & Johnson seinen Talk-Babypuder vom Markt nehmen. Der Konzern streitet nach wie vor alle, gegen ihn gerichteten Vorwürfe ab, zum Beispiel die Annahme, dass das Produkt krebserregend ist.

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Vergangenen Donnerstag verkündete der Pharmariese Johnson & Johnson, dass man ab dem kommenden Jahr den Verkauf von auf Talkum basierendem Babypuder einstellen werde. In den Vereinigten Staaten wurde schon im Jahr 2020 ein Verkaufstopp verhängt, denn dort klagten viele tausend Betroffene gegen Johnson & Johnson.


Der Konzern muss sich mit insgesamt 38 000 Klagen auseinandersetzen, die Vorwürfe wiegen schwer, denn die Betroffenen sind der Ansicht, dass der Babypuder mit Asbest verunreinigt war und daher krebserregend ist. Der Pharmakonzern bügelt die Anschuldigungen als "Fehlinformationen" ab und behauptet nach wie vor, dass das Produkt sicher sei. Doch in den USA und Kanada musste Johnson & Johnson den Verkauf bereits einstellen, im Jahr 2023 ist weltweit Schluss.


Das Unternehmen behauptet, dass "jahrzehntelange wissenschaftliche Tests und behördliche Zulassungen" gezeigt hätten, dass der im Puder verwendete Talk asbestfrei ist und nichts mit Krebserkrankungen zu tun habe. Natürlich hat der Konzern bereits vorgesorgt, denn die Tochtergesellschaft LTL Management wurde im Oktober 2021 aus dem Unternehmen ausgegliedert und in die Insolvenz geschickt.


Durch diese Aktion können die anhängenden Klagen nicht mehr weiter bearbeitet werden, das Unternehmen ist quasi "mittellos". Johnson & Johnson spricht von einem "gerechten Weg" die Kläger zu entschädigen, die Betroffenen sind fassungslos und wollen von Johnson & Johnson, dass die Firma sich gegen die Klagen verteidigt. Bei der Insolvenzanmeldung hatte die Johnson-Tochter LTL eine Schuldenlast von 3,5 Milliarden US-Dollar auf dem Buckel, in einem vorigen Gerichtsurteil wurde 22 Frauen die Summe von zwei Milliarden US-Dollar zugesagt.


Quellen:


(1) Johnson & Johnson to stop making talc-based baby powder globally | Johnson & Johnson | The Guardian


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