In eigener Sache #AnneWill

Vor fünf Tagen habe ich berichtet, dass Anne Will eine hohe Spende von Bill Gates erhalten hatte. Das stimmte, wie sich herausstellte nicht und ich hatte mich für diesen Beitrag bereits entschuldigt, da ich schlecht recherchiert hatte. Die ganze Angelegenheit schaffte es nun sogar auf die Seite von Boris Reitschuster.


Der Artikel über die "Will-Affäre" auf der Seite des Journalisten Boris Reitschuster ist mir heute am späten Abend förmlich ins Auge gesprungen und ich wollte dazu kurz Stellung beziehen.


Ich hatte vor fünf Tagen fälschlicherweise behauptet, dass die Talkshowmoderatorin Anne Will im Jahr 2016 eine großzügige Spende vom Microsoft-Oligarchen Bill Gates erhalten hatte. Wie sich herausstellte stimmte das nicht, es war von mir einfach nur oberflächlich und schlecht recherchiert. Ich dachte in meiner Euphorie einen Volltreffer gelandet zu haben aber dieser stellte sich letztendlich als Griff ins Klo heraus. Denn eine Verbindung zum überwiesenen Geld der Bill & Melinda Gates Stiftung auf das Konto der zweitgrößten TV-Produktionsfirma Deutschlands, der Endemol Shine Beyond Germany GmbH und der Firma von Anne Will, der Will Media GmbH gibt es nicht, jedenfalls keinen ersichtlichen.


Das ganze wäre auch gar nicht so schlimm gewesen, hätte nicht ein AfD-Politiker ohne eigene Nachrecherche meinen Beitrag via Twitter verteilt. Auf dem Kurznachrichtendienst gelangte "Anne Will" sofort in die Trends und mein Artikel erzielte eine Reichweite, mit der ich gar nicht gerechnet hatte.


Alexander Wallasch von reitschuster.de berichtete über den ganzen Vorfall in einem eigenen Beitrag und erwähnte dabei ein Telefonat mit mir zwei Tage nach der Veröffentlichung der falschen Rechercheergebnisse von mir über Wills scheinbare Beziehung zu Gates. In meinem Impressum steht, wie Wallasch richtig erwähnt „Hobbyangebot. Nicht kommerziell. Daher keine Ausweisung von Steuernummern, etc.“. Das ist korrekt, der Blog ArtikelEins ist ein Hobby von mir aber ich habe ungeachtet dessen vor, die Reichweite und Leserschaft Stück für Stück zu erhöhen und meinen Beitrag zu ehrlichem Journalismus und dem Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland zu leisten was ich leider, wie sicherlich auch Reitschuster und seine Autoren in größter Gefahr durch massive Korruption in den höchsten Etagen der Politik, Lobbyismus und eine neuartige Form des Korporatismus sehe. Konzerne kaufen ganze Regierungen, planen Pandemien und schrecken nicht davor zurück, sogar die Medien weltweit zu finanzieren und zu beeinflussen.


Ich selber lese reitschuster.de sehr gerne und schätze die Arbeit und die Ausdauer der Kollegen, die in diesem "Haifischbecken" namens Journalismus über viel mehr Erfahrung verfügen als ich.


Aber zurück zu dem Artikel über mich und meinen Blog. Wallasch vergleicht nach einer kurzen Analyse wie ich zu der Verbindung Gates-Will gekommen sein mag, die Arbeit die ich auf freiwilliger Basis und in 99,9 Prozent der Fälle mit akribischer, unentgeltlicher Recherchearbeit verbringe um Netzwerke aufzuzeigen, mit der Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern aus dem Jahr 1983. Ein Kommentar meinerseits dazu erübrigt sich, denn ich denke dass jeder noch so professionelle Journalist schon mal falsch abgebogen ist und es sich nicht geziemt, sich selbst als "nonplusultra", das heißt fehlerfrei darzustellen und andere, "Hobbyjournalisten" damit in die Pfanne hauen zu wollen. Jedenfalls ist das nicht mein Begriff von Fairness unter Kollegen, die eigentlich in dieselbe Richtung steuern und Meinungspluralismus sowie demokratische Verhältnisse ohne Anfeindungen vertreten.


Wallasch spricht von einem "Bärendienst" den ich mir und anderen damit beschert hätte, den Artikel zu veröffentlichen. Damit hat er sogar recht und trotzdem verstehe ich nach unserem eigentlich netten und vor allem sachlichen Telefonat bezüglich der Sache nicht, dass er mir noch Dreck hinterherschleudern muss. Er wird seine eigenen Gründe dafür haben.


Wallasch selbst spricht von "bedenklichen Entwicklungen" und mit der Millionenspende von Gates an die Stiftung von Eckard von Hirschhausen sogar von einem "Türöffner für die Einflussnahme der Gates-Stiftung mitten hinein ins öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehen", womit er vollkommen recht hat.


Womit er auch recht hatte war, dass ich "Blut geleckt" hatte, nachdem ich mit der einfachen Suche auf der Seite der Gates-Stiftung sofort einen Treffer generieren konnte der aber zu nichts weiter führte als zu der Überweisung an die Endemol Shine Beyond Germany GmbH über fast 500 000 US-Dollar. Klar hätte mir sein können, dass man durch die Kombination „will“, „media“ und „GmbH“ auch weitere Treffer generieren könnte aber in dem Moment war ich so begeistert, dass ich diese Verbindung einfach für "bare Münze" nahm. Ungewöhnlich wäre es sicher nicht gewesen, wenn man bedenkt wo Gates überall seine Finger im Spiel hat.


Die Redaktion von Reitschuster rief im Anschluss an die Twitter-Kampagne einfach bei der Will Media GmbH an und fragte nach. Sicher hätte ich da auch drauf kommen können, bevor ich meinen Artikel in den Äther gejagt habe aber die Zeiten in denen wir leben sind so verrückt, dass ich in dem Moment fälschlicherweise dachte, der Artikel muss raus, die Leute sollen sehen was hier passiert, um die Einzelheiten zwischen Will und Endemol kümmere ich mich später, ich werde schon eine Verbindung finden. Da war ich mir sicher und das war ein Fehler, denn nach stundenlanger Recherche kam heraus: Nichts, absolut gar nichts! Ich war enttäuscht aber noch kampfeslustig und hatte mir selber eine Deadline von drei Tagen gesetzt etwas zu finden, bevor ich meinen Bericht wieder revidiere. Aber da war es schon zu spät, die Sache ging durch die Decke und ich musste feststellen, dass ich auf dem falschen Dampfer war.


Für mich bleibt ein fader Beigeschmack aber auch eine Selbsterkenntnis nämlich die, dass ich nie wieder etwas vorveröffentlichen werde (war in diesem Fall ohnehin das erste Mal) ohne die Sache absolut wasserdicht und mit Quellen belegbar beweisen zu können. Den faden Beigeschmack scheint auch der Autor Alexander Wallasch zu haben wenn er über die Sache schreibt:


"Aber nichtsdestotrotz bleibt Anne Will eine Kollegin von Eckardt von Hirschhausen, dessen Stiftung von Bill Gates so massiv profitierte. Auch Hirschhausen ist ein Kind der Öffentlich-Rechtlichen.
Hinzukommt, dass Anne Will mit ihrer Talkshow am Sonntagabend auf ARD maßgeblich daran beteiligt war und noch ist, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen Brandbeschleuniger der Spaltung der Gesellschaft ist. Weiter ist darüber nachzudenken, wem diese Spaltung der Gesellschaft nutzt.
Oder noch basischer: Es ist darüber nachzudenken, wie es sein kann, dass ein sich als Weltenbeglücker gerierender spleeniger Milliardär aus den USA mit seiner handfesten politischen Agenda Einfluss nimmt bis weit in die deutsche Politik hinein, ohne dafür auch nur ansatzweise eine demokratische Legitimation erhalten zu haben.
Weitere Alarmsirenen müssen losgehen, beschäftigt man sich beispielsweise mit dem Robert Koch- und Helmholtz-Institut als Empfänger von Gates-Geldern in Millionenhöhe."

Da gehe ich voll mit und genau deshalb werde ich Boris Reitschuster und seiner Redaktion nach wie vor alles nur erdenklich Gute wünschen und seine Arbeit weiterhin genüsslich verfolgen. Denn wie gesagt, wir sitzen im selben Boot, wir sind alle nur Menschen ( auch wenn Gates, Schwaab und Konsorten das gerne ändern wollen - Thema Transhumanismus) und machen Fehler.


Ich versuche aus meinen Fehlern zu lernen und werde an den versteckten Netzwerken von Gates und co. dranbleiben. Und wer weiß, vielleicht sieht die ganze Sache in ein paar Monaten schon wieder völlig anders aus und ich hatte doch recht. Wundern würde es mich nicht und es wäre auch nicht das erste Mal in den letzten beiden Jahren.


Quellen:


(1) Hat Anne Will Geld von Bill Gates bekommen? - reitschuster.de

(2) Impressum | Die Würde des Lesers ist unantastbar (artikeleins.info)

(3) INSIDE CORONA - Die Pandemie, das Netzwerk & die Hintermänner - J.K.Fischer Verlag Shop (j-k-fischer-verlag.de)

(4) Bill Gates spendet den Medien Millionen - in Deutschland profitiert vor allem der Spiegel (artikeleins.info)

(5) Startseite - reitschuster.de

(6) Hitler-Tagebücher – Wikipedia

(7) Bill Gates macht jetzt in Comedy - 1,4 Millionen US-Dollar für Eckard von Hirschhausen (artikeleins.info)

(8) EndemolShine Germany - Wir schaffen Emotionen

(9) Robert-Koch-Institut: Bill Gates spendet dem RKI 500 000 US-Dollar (artikeleins.info)

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