Gute Demos, böse Demos. Heuchlerische BILD-Berichterstattung über Proteste in Europa und Russland

Aktualisiert: 8. März 2021



Dass die BILD, Deutschlands größte Propagandaabteilung ist, das weiß jeder, der sich kritisch mit Medien auseinandersetzt. Heute hat Chef-Ideologe Julian Röpcke ,mal wieder die Jauchekanone ausgepackt.


Beziehung zu Russland gilt als gescheitert. Der Julian frohlockt


Und täglich grüßt das Murmeltier. Im Artikel der BILD von heute geht es natürlich wieder um..., na sie wissen schon. Richtig, "Nord Stream 2".


Endlich zieht wohl auch Frankreichs Präsident Emanuel Macron die Konsequenzen aus dem schäbigen Verhalten Russlands in der jüngsten Vergangenheit. Die "Grande Nation", soll Angela Merkel nun endlich davon überzeugen, die Pipeline abzuschreiben und das Projekt zu stoppen.


Europa-Staatssekretär und "Macron-Kenner, Clement Beaune zu BILD:

„Ich denke, dass Macron heute besser versteht, dass eine erneute Annäherung an Putins Regime nirgendwo hinführt.“

Und BILD weiter: "Die Vergiftung und Verhaftung von Alexei Nawalny sowie die brutale Niederschlagung der Demokratie-Proteste mit fast 10 000 Verhaftungen binnen acht Tagen in Russland habe bei Macron die letzten Hoffnungen zunichtegemacht."


Et voila, da ist es wieder. Das Regime von Vladimir Putin. Was bildet der sich eigentlich ein? Einfach so Demonstrationen eines rechtsradikalen Bloggers (Alexei Nawalny) verbieten? Und dann auch noch die Dreistigkeit besitzen, irgendwelche Corona-Schutzmaßnahmen als Grund vorzuschieben? Unglaublich! So eine Sauerei würde im westlichen, aufgeklärten Europa niemals möglich sein.


Übrigens: für seine Proteste rekrutiert Nawalny auch Minderjährige, wie aus zahlreichen Videos hervorgeht.


Julian Röpcke hat scheinbar ein Zwischenziel seiner Propaganda erreicht: Den Stopp der russischen Erdgaspipeline. Dann werden wahrscheinlich ab nächste Woche die Deutschen zu den Waffen befehligt um die Invasion klarzumachen. Oder, Julian?


Aber jetzt zum Kern der Sache.


Über westeuropäische Demos wird nur abwertend oder gar nicht berichtet


Wäre die BILD tatsächlich so ein Demokratiefreundliches Medium, wie sie es von sich behauptet, würde sie anders über Proteste in verschiedenen Ländern Europas berichten. Oder noch besser, sie würde überhaupt darüber berichten.




Eine Frau wurde in den Niederlanden von einem Wasserwerfer direkt ins Gesicht geschossen. Sie erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Ausufernde Polizeigewalt gegen friedlich demonstrierende Bürger, waren an den letzten beiden Wochenenden Alltag in Amsterdam, Rotterdam und Eindhoven.


Nachdem die Gewalt der Behörden eskaliert war, formierten sich Gruppen von Jugendlichen und randalierten in den Städten. Bei BILD ist nur von "plündernden, wütenden Mobs" die Rede. Was diesen "Mobs" vorausging, wird ausgeblendet. Nämlich schlägernde Polizisten, die unter anderem friedlich dasitzende junge Leute mit dem Schlagstock bearbeiteten.


Franzosen protestieren gegen neues Sicherheitsgesetz


In den Straßen Frankreichs kam es am vergangenen Wochenende wieder zu riesigen Protesten gegen ein neues Sicherheitsgesetz. Dieses Gesetz sieht in Zukunft vor, nicht mehr die Gewalttaten der Polizisten unter Strafe zu stellen, die in der Vergangenheit vermehrt bei den Gelbwesten-Protesten zu beobachten war. Bei diesen Exzessen verloren mehrere Demonstranten unter anderem Gliedmaßen und ihr Augenlicht, durch den Einsatz von Granaten und Gummigeschossen.


Die neue Gesetzgebung in Frankreich, dient aber nicht dem Schutz der Demonstranten sondern ganz im Gegenteil. Sie zielt darauf ab, das Filmen solcher Exzesse und damit jegliche journalistische Arbeit unter drakonische Strafen zu stellen. Damit wäre jede aufklärerische Berichterstattung über Polizeigewalt unmöglich, die Pressefreiheit faktisch abgeschafft. In Paris waren daher auch am Sonntag wieder mehrere zehntausend Menschen auf der Straße.


In einigen Städten des Landes richteten sich die Proteste auch gegen den Niedergang der Kulturszene, die durch die Corona-Maßnahmen verursacht wird.


In der BILD sucht man nach diesen Informationen vergeblich.


Proteste in Belgien, Dänemark und Österreich werden gänzlich verschwiegen


Zwischen zwei- und dreihundert Festnahmen ereigneten sich am Wochenende in Belgiens Hauptstadt Brüssel. Auch hier wurde gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert und es nahmen auch zahlreiche Fußballfans daran statt. Die Polizei nahm etliche Demonstranten schon am Brüsseler Bahnhof fest, als sie mit dem Zug aus verschiedenen Orten des Landes eintrafen. Gab es einen Bericht in der BILD? Nein.




In Aarhus gab es am Wochenende einen Fackelmarsch von Maßnahmen-Gegnern. Die Teilnehmerzahl ist nicht bekannt. In Dänemark kocht seit Wochen der Ärger vieler Bürger über die Einschränkungen hoch. Für die Dänen sind die Corona-Maßnahmen nicht verhältnismäßig.


Und auch in der Republik Österreich gingen am Sonntag wieder tausende Kritiker auf die Straße um ihrem Unmut über die Regierung von Bundeskanzler Kurz Luft zu machen. Nach offiziellen Polizeiangaben waren 5000 Menschen anwesend, Verschieden anderen Quellen zufolge soll es sich um mehr als 10 000 gehandelt haben.


Unabhängig von der exakten Teilnehmerzahl ist es doch verwunderlich, dass BILD ausschließlich über die pro-Nawalny Proteste aus Russland berichtet, Dänemark und Österreich aber komplett ignoriert. Das ist manipulativ und erzeugt beim Leser das Gefühl, in Europa wäre alles in Ordnung und bis auf ein paar vereinzelte Spinner würden sich alle Menschen dem Corona-Terror der Regierungen frag- und kritiklos unterwerfen.


Angaben über russische Demoteilnehmer stark übertrieben


BILD berichtet also fast täglich über riesige Protestkundgebungen in Russland. Was im Rest Europas passiert, ist nicht so wichtig. Die Zahlen über Teilnehmer und Verhaftungen bei den pro-Nawalny Kundgebungen scheinen doch sehr hoch angesetzt zu sein. Insider sprechen über weit weniger, sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Verhaftungen.


Allerdings passt der BILD und der aktuellen Corona-Politik vieler europäischer Staaten, diese Berichterstattung voll ins Programm. Denn, "was der Bürger nicht weiß, macht ihn nicht heiß." Und so nimmt das Framing weiter seinen Lauf.


Die Sanktionen gegen "Nord Stream 2" sind wahrscheinlich erst der Anfang.


Quellen:


(1) Paris fordert Baustopp für Nord Stream 2 - Auch Macron stellt sich gegen Merkel - Politik Ausland - Bild.de

(2) https://www.facebook.com/472061332924101/videos/2176019279195830/

(3) https://www.facebook.com/472061332924101/videos/455483872286921/

(4) (1) Watch | Facebook

(5) 300 Festnahmen bei nicht genehmigter Kundgebung gegen Anti-Corona-Maßnahmen in Brüssel — RT DE

(6) Dänemark: Lockdown-Gegner veranstalten Fackelmarsch — RT DE

(7) https://www.youtube.com/watch?v=z0jUnpJBj2A

16 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen