Großbritannien: Doch keine Impfpflicht für medizinisches Personal?

Aktualisiert: 9. Feb.

Die britische Regierung macht offenbar eine Kehrtwende beim Thema Pflichtimpfung für medizinisches Personal. Laut "The Telegraph" wird es demnach keine obligatorische Impfung für Mitarbeiter des Gesundheitssystems NHS und die Pflegedienste geben.


Die britische Zeitung "The Telegraph" spricht von einer Kehrtwende in Sachen Impfpflicht für medizinisches Personal des Gesundheitssystems NHS und der Pflegedienste. Sajid Javid, seines Zeichens britischer Gesundheitsminister befürchtet große Engpässe beim Personal wenn dieses Obligatorium umgesetzt würde. Ursprünglich war vorgesehen, dass jeder Mitarbeiter im Gesundheitswesen bis zum 1. April 2022 doppelt geimpft hätte sein müssen, in Pflegeheimen war die Regelung schon seit November 2021 in Kraft. Die Kehrtwende soll im Kabinettsausschuss "Covid-Operations" besprochen werden, so sehen es die Pläne des Gesundheitsministers vor.


Omikron sei eine mildere Variante und laut Staatssekretär Simon Clarke "weniger schwerwiegend" als Delta. Omikron "eröffnet einen Raum, in dem wir uns das noch einmal ansehen können" fügte er hinzu und bekräftigte gegenüber Sky News:


"Was wir über Omikron wissen, ist, dass es viel übertragbarer, aber weniger schwerwiegend ist – jede Entscheidung, die diese Woche getroffen wird, wird diese Realität widerspiegeln. Ich kann der Entscheidung, die getroffen wird, nicht vorgreifen, aber natürlich erkennen wir diese Realitäten an."

Gegenüber BBC sagte Nadra Ahmed, Vorsitzende der National Care Association, dass sie "frustriert und traurig über all die Menschen, die ihren Arbeitsplatz unnötigerweise verloren haben" sei aufgrund der im letzten November eingeführten Pflichtimpfung in den Pflegeheimen, die ja jetzt wieder rückgängig gemacht werden kann. 40 000 Mitarbeiter hätten ihren Job verloren und das sei "verheerend" denn "die Pflegedienste liegen in den Knien" so Ahmed weiter. Andrew Rosindell, ein Abgeordneter der Torys im Parlament freute sich auf Twitter über "die richtige Entscheidung" und sagte weiter:


"Die Arbeitsplätze dieser frei denkenden NHS-Mitarbeiter sind gerettet, und das ist auch richtig so. Glückwunsch an alle, die den Mut hatten, für die Werte einer freien Gesellschaft einzutreten!"

Marc Harper, ein weiterer führender Abgeordneter der Torys und Leiter der Covid Research Group (CRG) nannte den Kurswechsel "einen großen Sieg" und ergänzte:


"Es ist kaum zu glauben, dass der Premierminister und der Gesundheitsminister so lange darauf bestanden haben, diese Politik durchzudrücken, trotz der Warnungen über den Personalmangel."

Die Direktorin der englischen Pflegegewerkschaft RCN, Patricia Marquis äußerte ebenfalls ihre Erleichterung über den Rückzieher der Regierung von Boris Johnson:


"Wenn diese Berichte richtig sind, ist dieser Rückzieher der Regierung längst überfällig. [...] Impfungen sind enorm wichtig, aber diese Politik war falsch, zumal sie den derzeitigen Druck auf den NHS und die Pflegedienste noch erhöht."

Sie kritisierte den Umstand "mitten in der Personalkrise Zehntausenden mit Entlassung zu drohen" sei nicht im Interesse der Patientensicherheit gewesen und sagte der Regierung die Unterstützung zu "für die Impfung zu werben".


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