Energiekrise - Deutschlands Gasreserven schon zu zwei Drittel verbraucht

Der Kalender zeigt Anfang Februar, ein kalter Spätwinter könnte noch kommen. Und der könnte richtig kalt werden, denn Deutschland hat bereits zwei Drittel seiner eingelagerten Erdgasreserven verbraucht. Die komplette EU verfügt nur noch über etwa 15 Prozent Gasreserven.


Zum Ende des Winters 2020/2021 verfügten die Gasspeicher innerhalb der Europäischen Union noch über eine Restkapazität von knapp 30 Prozent. Diesen Winter, wir haben Anfang Februar liegen diese Reserven schon jetzt bei eben dieser Marke. Sollte ein kalter Spätwinter über Deutschland und Europa hereinbrechen, könnte es kalt und ungemütlich werden.


Die Erdgasspeicher werden normalerweise über den Sommer aufgefüllt, Fracking-Gas aus den USA das über den Atlantik geschippert wird und die normale Pipeline-Versorgung im Winter reichen nicht aus um Europa warm zu halten. Im Sommer 2021 wurden die Speicher aber nicht zu 100 Prozent, sondern nur zu 75 Prozent gefüllt, was vor allem an der fragilen geopolitischen Situation zwischen dem Westen und Russland liegt. Auch die fertiggestellte Pipeline Nord-Stream-2 wurde von der Bundesnetzagentur und der EU-Kommission noch immer nicht lizensiert, Bestellungen über schon bestehende und seit langem im Einsatz befindliche Röhren aus Russland werden nicht mehr getätigt. Und das obwohl die Russen der EU schon mehrfach mitteilten, dass sie in der Lage wären mehr Erdgas zu liefern.


Medien und Politiker schieben den Russen den Schwarzen Peter zu, dabei sind die Probleme hausgemachter Natur. Fast scheint es, als sei man im Westen durchaus nicht abgeneigt, eine künstlich erzeugte Knappheit an Gas herzustellen obwohl diese mit Stromrationierungen und mangelnder Heizungsversorgung für Millionen Europäer verbunden wäre.


Laut russischen Medien wurden innerhalb der EU diesen Winter bereits 85 Prozent des verfügbaren, während der Sommersaison eingelagerten Erdgases verbraucht, am 3. Februar 2022 belief sich das Volumen der unterirdischen Gasvorräte auf 36,7 Prozent. Das sind 27 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland und Frankreich wurden laut Gas Infrastructure Europe bereits zwei Drittel der Erdgasvorräte verbraucht, schon am Ende der letzten Heizperiode Anfang 2021 standen die europäischen Speicher auf einem historisch niedrigen Niveau von 29,18 Prozent.


Europas Energiekrise hat vielerlei Ursachen. Zum einen wäre da der kalte letzte Winter in dem viel Gas verbraucht wurde. Europas Gasspeicher wurden während des Sommers aber statt zu 100 Prozent nur zu 75 Prozent nachgefüllt. Windkraft und Sonnenenergie konnten aufgrund der Flauten nur schwer zu einem Ausgleich beitragen, diverse europäische Politiker wollen zudem mehr amerikanisches Flüssiggas einkaufen. Dieses wird jedoch vermehrt in den asiatischen Raum geliefert weil dort einfach mehr gezahlt wird. Europa geht zunehmend leer aus. Zudem wurde Gas innerhalb Europas zu einem Spekulationsobjekt was zur Folge hat, dass die Importeure an den Börsen mehrere hundert Prozent Gewinn damit einstreichen können.


Gazprom und Russland möchten daher auch eher langfristige Liefervereinbarungen, da sie nur so die Milliardenschwere Infrastruktur für den Gashandel- und Transport sicherstellen können, doch Europa stellt sich quer und riskiert lieber eine Notlage der eigenen Bevölkerung wenn irgendwann Heizung und Strom abgeschaltet werden müssen.


Quelle:


(1) Europa gab 85% des im Sommer gepumpten Gases aus (vesti.ru)



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