Digital News Report 2022: Nur noch 40 Prozent der weltweiten Bevölkerung vertraut den Medien

Im neuen "Digital News Report 2022" werden die weltweiten Mainstreammedien förmlich zerrissen. Demnach vertrauen nur noch knapp 40 Prozent der Menschen den Leitmedien, in Deutschland sind es ein paar mehr. Einen Grund zur eigenen Verhaltensänderung sieht die "Qualitätspresse" trotz der niederschmetternden Ergebnisse allerdings nicht.

Alljährlich erscheint der sogenannte "Digital News Report" von der weltweit größten Nachrichtenagentur Reuters. Für das Jahr 2022 sind die darin enthaltenden Ergebnisse für die weltweite "Qualitätspresse" erschreckender denn je. Sollte man meinen. Der Grund: Nur noch knapp 40 Prozent der weltweiten Medienkonsumenten vertrauen dem Mainstream, in Deutschland sind es ein paar Prozent mehr.

Schon vor der Corona-Krise und der damit einhergehenden einseitigen Berichterstattung im Jahr 2020 erlitten die Leitmedien einen herben Vertrauensverlust ihrer Konsumenten, dagegen schossen Freie Medien wie Pilze aus dem Boden und übernahmen meist die lückenhafte Berichterstattung der beeinflussten und gekauften Presse. Doch statt sich selbst zu hinterfragen, verstehen die meisten Mainstreamredakteure gar nicht, warum ihnen die Konsumenten wegrennen und sich stattdessen lieber auf alternativen Plattformen über das Weltgeschehen informieren. Dass das damit zusammenhängen könnte, dass der überwiegende Teil der Presse als eine Art Unterorganisation staatlicher Organe spätestens seit Corona nur noch als eine Art Sprachrohr der Regierungen und der mit den Staaten eng verbandelten großen Konzerne fungiert, müsste auch für den letzten Impf-, Masken- und Maßnahmenverfechter unter den Journalisten mittlerweile offensichtlich geworden sein. Ist es aber leider nicht.


Die letzten beiden Jahre haben auf eindrückliche Art und Weise gezeigt, dass das Framing und die andauernde Massenmanipulation durch die Medien nicht bei allen Menschen gefruchtet hat, viele haben sich von der Mainstreampresse abgewandt, die Zuschauerzahlen bei den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern sind stark zurückgegangen, viele Zeitungs- und Zeitschriftenverlage haben mit einem massiven Einbruch der Verkaufszahlen zu kämpfen. Der Mainstream hat in den letzten Jahren zwar auch das Internet für sich entdeckt aber teilweise liegen die Abonnentenzahlen von ARD, ZDF, Spiegel und Konsorten deutlich hinter den Angeboten freier Medien.


Die Umfrage, die dem "Digital News Report 2022" unterliegt, ergab, dass knapp 38 Prozent der Befragten gar keine Medien konsumieren. Dabei wird nicht klar ersichtlich, ob damit wirklich gar kein Medienkonsum gemeint ist oder ob Reuters auch die freien Medien unter dieser Kategorie einstuft. Das kann durchaus sein, denn in den Augen des Mainstream sind die alternativen Plattformen ja auch keine richtigen Medien, denn dort werden schließlich nur "Verschwörungstheorien" und "Desinformationen" verbreitet. Viele Menschen haben allerdings erkannt, dass die meisten "Verschwörungstheorien" der letzten beiden Jahre mittlerweile wahr geworden sind und der Mainstream nun so tut, als seien das schon immer seriöse Fakten gewesen.


Jedenfalls gaben die 38 Prozent Medienfreien an, dass sie vom Medienkonsum deprimiert seien aber sie kritisierten auch, dass sich die Medien ständig wiederholen würden, vor allem in der Berichterstattung zu Corona sei das verstärkt der Fall gewesen. Reuters schreibt über den Report, dass noch im Jahr 2017 nicht einmal 30 Prozent keine Medien mehr konsumierten aber heute:


„Rund 36 Prozent – vor allem der unter 35-Jährigen – sagen, dass die Nachrichten ihre Stimmung verschlechtern. Andere sagen, dass die Nachrichten zu Auseinandersetzungen führen, die sie lieber vermeiden würden (17 Prozent), oder zu einem Gefühl der Machtlosigkeit führen (16 Prozent). Ein erheblicher Anteil der jüngeren Menschen gibt an, dass sie Nachrichten meiden, weil sie schwer zu verstehen sind, was darauf hindeutet, dass die Nachrichtenmedien mehr tun könnten, um die Sprache zu vereinfachen und komplexe Geschichten zu erklären. Obwohl die Umfrage vor dem Krieg in der Ukraine durchgeführt wurde, haben spätere Umfragen in fünf Ländern gezeigt, dass die Nachrichtenvermeidung, wenn überhaupt, weiter zugenommen hat.“

In dem Bericht wurden 46 Staaten analysiert und sicher schreiben die Autoren nicht, dass der Vertrauensverlust aufgrund der eigenen Covid- oder auch Russlandberichterstattung zustande kam. Der Report fasst zusammen:


„Das Vertrauen in die Nachrichten ist in fast der Hälfte der untersuchten Länder gesunken und in nur sieben Ländern gestiegen, was die Zuwächse, die auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie erzielt wurden, teilweise wieder zunichtemacht. Im Durchschnitt sagen etwa vier von zehn Befragten (42 %), dass sie den Nachrichten meistens vertrauen. Finnland ist nach wie vor das Land mit dem höchsten Gesamtvertrauen (69 %), während das Vertrauen in die Nachrichten in den USA um weitere drei Prozentpunkte gesunken ist und weiterhin den niedrigsten Wert (26 %) in unserer Umfrage aufweist.“

Interessanterweise hängt das Vertrauen in die Leitmedien eng damit zusammen, wie hoch die Impfquote gegen Corona in dem jeweiligen Land ist. In osteuropäischen Staaten wie Rumänien und Bulgarien vertrauen circa 30 Prozent der Menschen dem Mainstream, die Impfquote bewegt sich auf einem ähnlichen Level. Portugal hingegen hat eine Impfquote von weit über 90 Prozent, den Leitmedien vertrauen demnach knapp 60 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland steht die Impfquote bei etwas mehr als 60 Prozent aber nicht einmal jeder Zweite vertraut den Nachrichten, ähnlich ist es in Österreich. Man kann also gut eine Korrelation zwischen "öffentlicher Meinung" und "veröffentlichter Meinung" erkennen. Medien leisten eben ganze Arbeit und das gilt für die eine wie auch für die andere Richtung.


Spannend ist die Selbstanalyse von Reuters zum eigenen Versagen. Demnach habe das Ergebnis rein gar nichts mit der eigenen Arbeit und Berichterstattung zu tun, es handle sich vielmehr um "die Turbulenzen der Trump-Jahre in den Vereinigten Staaten" oder es sei die Folge einer "Reihe polarisierender Ereignisse wie dem Brexit im Vereinigten Königreich". Dass der Fisch aber vom Kopf her stinkt wird von den Nachrichtenagenturen und Medienanstalten getrost beiseite gewischt.


Quellen:


(1) https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/digital-news-report/2022

(2) https://www.artikeleins.info/post/bill-gates-und-investigativer-journalismus-bei%C3%9Fe-nicht-die-hand-die-dich-f%C3%BCttert

(3) https://www.artikeleins.info/post/einheitsmeinung-die-trusted-news-initiative-und-angebliche-falschinformationen-zu-covid-19


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