Corona: Pfizer sponsert Verfassungsrechtler-Plenum zum Thema Impfpflicht

Der Ex-Verfassungsrichter Professor Udo Di Fabio wird in Zusammenarbeit mit dem House of Pharma noch diesen Monat Journalisten zu einem Plenum über die verfassungsrechtliche Umsetzbarkeit einer allgemeinen Impfpflicht einladen. Pfizer und Johnson & Johnson, also zwei große Pharmaunternehmen sind die Förderer der Veranstaltung.


Für den 11. Januar 2022 kündigte der ehemalige Verfassungsrichter Professor Udo Di Fabio ein Plenum der Vereinigung House of Pharma an. Die Veranstaltung soll online stattfinden und ein "Perspektivengespräch" beinhalten, außerdem können Journalisten an dem Plenum teilnehmen. Thema der Veranstaltung ist: "Corona-Impfpflicht auf dem Prüfstand des Verfassungsrechts". Di Fabio selber gilt als klarer Befürworter der allgemeinen Impfpflicht.


Auch das House of Pharma steht dem Thema logischerweise offen gegenüber, denn die Pharmaindustrie ist mit zwei ihrer größten Player in der Vereinigung vertreten: Pfizer und Johnson & Johnson.


Di Fabio sieht eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland demnach als "milderes Mittel" und ist nicht der Überzeugung, dass "periodisch angeordnete Lockdowns" der sogenannten Pandemie ein Ende setzen werden. Das äußerte der Professor in einem Interview mit der Welt im Dezember 2021.


Eine Impfpflicht wäre demnach "zu vertreten", wenn "jüngere Ungeimpfte" mögliche Virusüberträger seien oder das Gesundheitssystem überlasten würden, so Di Fabio. Nachdem er in einem Artikel im Rotary-Magazin die Corona-Lage in Deutschland zusammengefasst hatte wies er daraufhin, dass wenn Studien dies alles belegen würden, man sich die Frage stellen müsste:


"Wäre unter diesen Umständen dann nicht doch eine partielle, berufsbezogene oder gar eine allgemeine Impfflicht gerechtfertigt?"

Di Fabio schrieb letzten November auch ein Buch zu seiner "Coronabilanz", dieses sei allerdings "keine Lektüre für Wutbürger", so der Rechtsexperte.


Die Auskunft, die der Veranstalter seinem Plenum anheftet ist folgende:


"Das House of Pharma & Healthcare wurde 2013 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Es will das Profil des Pharma- und Healthcare-Standorts Hessen sowie Deutschlands schärfen und weltweit sichtbar machen."

Dennoch würde es sich nach Angaben der Protagonisten um eine "neutrale Diskussionsplattform" handeln obwohl das Präsidium des House of Pharma sich aus dem Frankfurter Pharmazieprofessor Manfred Schubert-Zsilavecz und dem Sanofi-Forschungschef Prof. Dr. Jochen Maas zusammensetzt. Das House of Pharma schreibt auf seiner eigenen Webseite über Professor Schubert-Zsilavecz:


"Schubert-Zsilavecz profilierte sich als Fachmann für die private Hochschulförderung. Allein im Jahr des 100-jährigen Universitätsjubiläums 2014 trug er entscheidend dazu bei, rund 70 Millionen Euro an Drittmitteln einzuwerben."


Die Philosophie des House of Pharma findet man unter dem Stichwort "Inhaltliche Schwerpunkte":


"Es bietet eine unabhängige und neutrale Plattform für die Diskussion kontroverser Themen. Indem es alle Interessengruppen einbezieht, die entlang der Wertschöpfungskette mit Pharma und Gesundheit zu tun haben, generiert es tragfähige Vorschläge für die Lösung aktueller Probleme."

Die Einrichtung wird laut Eigenangaben unter anderem von AbbVie gefördert, einem Biopharmaunternehmen, bei dem seit 2019 ein gewisser Mike Schuster der "Manager Government Affairs" ist. Schuster war von 2014 bis 2018 der Referent im Bundestagsbüro des ehemaligen Gesundheitsministers Jens Spahn.

Auch die Pharmakonzerne Merck und Sanofi, die bereits erwähnten Pfizer und Johnson & Johnson, sowie der Deutsche Apothekenverlag und das Hessische Wirtschaftsministerium sind wohltätige Förderer des House of Pharma. Aber auch die Frankfurter Goethe-Universität unterstützt die Einrichtung.


Pharmafirmen dürfen laut dem Arzneimittelwerbegesetz nicht offensiv für ihre Produkte werben. Bei diesem von Professor Di Fabio und dem House of Pharma veranstalteten Plenum macht es den Anschein, dass diese aber bei den eingeladenen Journalisten für eine staatlich verordnete Abnahmepflicht ihrer Arzneien werben, nämlich in Form einer allgemeinen Impfpflicht. Mit einer angemessenen medizinischen Ethik hat ein solches offensichtlich perfides Vorgehen aber nichts zu tun.


Quellen:


(1) Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio über eine mögliche Impfpflicht - Video - WELT

(2) Rotary Magazin Artikel: Titelthema - Das Virus und wir

(3) Rezension: Die 'Coronabilanz' von Ex-BVR Udo Di Fabio (lto.de)

(4) Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz - House of Pharma

(5) Mitglieder - House of Pharma

(6) Wer kennt schon Georg Thiel und Mike Schuster? | Von Bernhard Loyen - apolut.net

(7) Heilmittelwerbegesetz – Wikipedia

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