Corona-Maßnahmen: Britische Regierung betrieb Panikmache um Verordnungen durchzusetzen

Die Regierung in Großbritannien habe laut Psychologen "unethische Panikmache betrieben" um die strengen Corona-Maßnahmen durchzusetzen. Stimmen nach einer Untersuchung der Vorgehensweise von Staat und Behörden werden auf der Insel immer lauter denn die Verfahrensweisen während der Krise würde "totalitären Regimen" ähneln.


In Deutschland sorgte Mitte 2020 während des ersten totalen Lockdowns in der Corona-Krise das sogenannte Covid-Strategiepapier kurz "Panikpapier" der Bundesregierung für Aufregung. Der Staat beschloss massive Eingriffe in die Grundrechte der Bürger und benötigte dafür eine Rechtfertigung. Durch das "Panikpapier" sollten demnach "die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden". Weiter hieß es darin wörtlich:


"Viele Schwerkranke werden von ihren Angehörigen ins Krankenhaus gebracht, aber abgewiesen, und sterben qualvoll um Luft ringend zu Hause. Das Ersticken oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Menschen eine Urangst. Die Situation, in der man nichts tun kann, um in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen zu helfen, ebenfalls …"


Für großartige Diskussionen über die abartige und perfide Strategie der Bundesregierung ihre eigenen menschenfeindlichen Maßnahmen zu rechtfertigen scheint das "Panikpapier" aus dem Innenministerium in Deutschland allerdings heute nicht mehr tragfähig zu sein. Nach dem Motto "Schwamm drüber, Mund abputzen und weitermachen" lief hierzulande alles so weiter wie bisher. Kein Aufschrei der Medien oder der politischen Opposition, keine Konsequenzen für die Verantwortlichen.


Anders scheint das in Großbritannien zu sein. Auf der Insel beginnt nun die Aufräumarbeit nach der Krise denn dort wird nun die Anwendung ähnlicher Panik- und Schreckensszenarien der Behörden scharf attackiert. Es wurde laut anklagenden Psychologen eine "unethische Panikmache betrieben" ganz ähnlich wie im autoritären China um den total verängstigten Menschen klar zu machen, dass sie sich an alle verhängten Regeln halten müssen um die Corona-Pandemie zu besiegen. Verschiedene Abgeordnete des Parlaments sprechen sogar von "grob unethischen Taktiken" und wollen nun das Verhalten der ausführenden Behörden nachträglich überprüfen lassen. Vergangenheitsbewältigung at it`s best.


Mehr als drei Dutzend Psychologen unterzeichneten jüngst einen Brief an den Parlamentsausschuss in dem sie moralisch außerordentlich fragwürdige Werbespots der Regierung kritisieren. Im Einzelnen waren das etwa Beiträge wie "Bleib zu Hause, um Leben zu retten" oder "Wenn Sie rausgehen und es verbreiten, werden Menschen sterben". Die "makabre Mono-Fokussierung auf die Zahl der COVID-19-Todesfälle ohne Erwähnung der Sterblichkeit aufgrund anderer Ursachen" und das ständige verbreiten von "akut kranken Menschen auf Intensivstationen" im TV wird vom pensionierten klinischen Psychologen Gary Sidley scharf attackiert. Sidley ist zugleich der Leiter der Gruppe aus 40 Psychologen.


Im März 2020, also gleich zu Beginn der sogenannten Pandemie wies die Regierung in einem eigens dafür angefertigten Memo darauf hin, dass vorgeschlagen werden könnte, dass "das Gefühl der persönlichen Bedrohung bei denjenigen, die selbstgefällig sind, erhöht werden muss". Auch die "Beschämung und Sündenbocksuche haben einige Menschen dazu ermutigt, diejenigen zu belästigen, die keine Gesichtsbedeckung tragen können oder wollen" stellt das Memo ferner fest.


Aufgrund der Tatsache, dass viele Menschen aus Angst den medizinischen Einrichtungen fernblieben, seien laut den Psychologen viele tausend Menschen mehr gestorben aber nicht aufgrund von Covid-19 sondern wegen anderer Gebrechen, die unbehandelt blieben. Die Ängste der Menschen vor einer Infektion im Krankenhaus oder der Arztpraxis waren strategisch geschürt und die "Regierungswissenschaftler" setzten Angst gezielt ein um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Das erinnere stark an "totalitäre Regime", in denen abweichende Meinungen von der Linie der Herrschenden beseitigt und bestraft werden. William Wragg, Vorsitzender des Parlamentsausschusses möchte das Verwenden der schockierenden Werbespots nun einer Untersuchung unterziehen und sagte:


"Die zentrale Frage ist, wie sich 'Nudge' in die parlamentarische Demokratie und die Rechenschaftspflicht der Minister einfügt."

Das Behavioural Insights Team (BIT) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Großbritannien, die auf der Grundlage der Nudge-Theorie Verhaltensforschung betreibt und somit die öffentliche Meinung beeinflussen und Regierungsnarrative durchsetzen möchte. Die Psychologen um Sidley machen auch das BIT für die Kampagnen verantwortlich, dieses streitet jedoch jegliche Beteiligung an den Werbespots ab. Das BIT wurde ursprünglich von der britischen Regierung ins Leben gerufen und ist mittlerweile zum Teil in privaten Händen, lehnt jedoch den Einsatz von Angst nach eigenen Angaben kategorisch ab.


Simon Ruda, Mitunterzeichner des Briefs warf dem BIT Anfang Februar 2022 vor, zu viel auf propagandistische Modelle zu geben und meinte, dass "diese Angst" den Anschein erweckte, dass sie "in der Folge die politischen Entscheidungen in einer beunruhigenden Rückkopplungsschleife angetrieben" habe. Ruda nannte ferner die Angstmache gegenüber den Menschen einen der weitreichendsten und umfangreichsten Fehler, die in Reaktion auf die Pandemie gemacht wurden.


Ein weiterer Vorwurf des Psychologen ruhte auf der Tatsache, dass die Regierung sich zu häufig auf die Worst-Case-Szenarien berufen habe um einschneidende Freiheitseinschränkungen zu begründen, es wurden immer die Berechnungen der Regierungsberater herangezogen, die eine möglichst hohe Anzahl Covid-19 Opfer beinhalteten, so Ruda. Ein führender Berater aus dem Stab der britischen Regierung erklärte erst vor kurzem, dass optimistische Analysen nie in Betracht gezogen wurden, weil "damit keine Entscheidungen getroffen werden" konnten. Ruda sagte außerdem auf die von der Regierung während der Krise oftmals titulierte Forderung "Follow the Science", dass "wie wir in den letzten zwei Jahren gelernt haben, die Konzentration auf die Wissenschaft engstirnig ist."


Quellen:


(1) The Behavioural Insights Team (bi.team)

Strategiepapier BMI Corona
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