Bill Gates und investigativer Journalismus: Beiße nicht die Hand, die dich füttert

Bill Gates sichert sich seinen Einfluss auf die weltweiten Medien, indem er verschiedene Projekte bezahlt, die unter dem Motto "investigativer Journalismus" arbeiten. Dass Medien aber nicht investigativ über Diejenigen berichten können, von denen sie bezahlt werden, dürfte jedem einleuchten. Aber genauso läuft es bei den "gekauften Medien" im Westen.

Foto: pixabay.com


Vor ein paar Tagen habe ich über einen sehr guten Artikel des US-amerikanischen Magazins "The Grayzone" berichtet, der detailliert aufgezeigt hat, wie Bill Gates weltweit Medien, Medienprojekte und Medienorganisationen, zum Beispiel Journalistenschulen bezahlt um dafür zu sorgen, dass die Presse sein gewünschtes Narrativ weltweit verbreitet. Bill Gates bezahlt "investigativen Journalismus", das heißt er bezahlt Diejenigen, die eigentlich seine und die Seilschaften anderer reicher und mächtiger Menschen aufdecken sollten. Doch wie soll das gehen, wenn die betreffenden Presseorgane Geld von dem Mann bekommen, den sie eigentlich kritisieren sollen? Beiße niemals die Hand, die dich füttert, heißt es doch so schön.


Um zu verstehen, dass in der finanziellen Abhängigkeit von einem mächtigen Oligarchen ein Problem für investigativen Journalismus steckt, muss man zuerst einmal darauf eingehen, was investigativer Journalismus eigentlich ist. Das ist nicht schwer nachzuvollziehen, zuerst sollten investigative Journalisten Missstände aufdecken, das ist ihr Hauptjob. Meist betreffen diese Missstände die Reichen und Mächtigen, dazu gehören enge Verbindungen zwischen Staat und privaten Großunternehmen oder Kartellbildungen. Manch Reicher und Mächtiger will in der Regel seinen Reichtum auf Kosten Anderer und mit illegalen oder ethisch fragwürdigen Mitteln vermehren. Wenn dabei Behörden und Regierungen wegschauen und sich eventuell sogar schmieren lassen, ist das Bestechung und damit illegal. Da müsste ein investigativer Journalist dann draufschauen.


Investigative Journalisten sind wie ein Klotz am Bein der Mächtigen, sie sind das Salz in der Suppe der Gesellschaft, wenn sie denn ihren Job ehrlich und gewissenhaft ausführen. Reiche und Mächtige versuchen natürlich, investigative Journalisten durch "Leckerlis" ruhig zu stellen oder sie gar auf ihre Seite zu ziehen um den investigativen Journalismus gegen sich selbst zu unterbinden. Wenn das gelingt und ein investigativer Journalist nicht mehr so genau den Mächtigen auf die Finger schaut, hat die Gesellschaft ein Problem und zwar ein Problem der Glaubwürdigkeit in die Medien. Denn Lügen haben bekanntlich kurze Beine und die Wahrheit kommt in den meisten Fällen doch ans Licht.


Um investigativen Journalismus zu stärken wurden verschiedene Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke gegründet. Innerhalb dieser großen Netzwerke könnten investigative Journalisten der Gesellschaft einen großen Dienst erweisen und die Mächtigen ordentlich bei ihren Plänen ärgern, vorausgesetzt, sie könnten dort wirklich investigativ arbeiten. Aus der Sicht der Reichen und Mächtigen macht es daher Sinn, die investigativen Organisationen zu infiltrieren und durch gute Bezahlung unter die eigene Kontrolle zu bringen.


Eine dieser Organisationen ist das International Center for Journalists in Washington D.C. Das Center wurde mit dem Ziel, investigativen Journalismus zu fördern im Jahr 1984 gegründet, doch Bill Gates bezahlt dem Center mehrere Millionen US-Dollar jährlich und hebelt damit die kritische Berichterstattung über seine eigenen Machenschaften aus. Das Center wirbt für Transparenz, lässt aber Niemanden so gerne in seine eigenen Finanzen schauen, auf der Webseite des Centers kann man keine Angaben darüber finden, wer gespendet hat und wieviel gespendet wurde. Die einzige Auskunft die man finden kann, ist der Finanzabschluss des Centers und darin steht, dass man im Jahr 2020 die Summe von 14,5 Millionen US-Dollar von "Stiftungen und US-Regierungsbehörden" erhalten habe. Ziemlich viel Geld, wenn man bedenkt, dass das Center über einen Etat von 16,5 Millionen US-Dollar verfügt.


Im Jahresbericht von 2021 findet sich eine Auflistung der Geldgeber, darunter die Bill & Melinda Gates Stiftung, USAID, das Millionen US-Dollar für anti-russische Propaganda erhält und das National Endowment for Democacy. All diese Behörden und Oligarchen haben sicherlich keinerlei Interesse an wirklichem investigativem Journalismus, denn sonst würde man ja ihre eigenen Machenschaften aufdecken und das mit dem von ihnen gespendeten Geld. Sollte das Center es doch einmal wagen, diesen Mächtigen genauer auf die Finger zu schauen, wäre es von jetzt auf gleich um viele Millionen Dollar ärmer. Das International Center for Journalists bekommt also genau von Denjenigen sein Geld, denen sie eigentlich nachspüren sollten. So kann investigativer Journalismus nicht funktionieren, da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz.


Die Bill & Melinda Gates Stiftung zahlt dem Center alle Gelder für Projekte, die im Zusammenhang mit dem afrikanischen Kontinent stehen. Bisher überwies Gates dem Center bereits satte 20 Millionen US-Dollar und alle getroffenen Arrangements zwischen den beiden Parteien sind geheim. Das Center soll auf alle Fälle die führenden Leitmedien in Afrika priorisiert über Themen wie Gesundheit und Entwicklung beraten und diese Medien sollen dann auch darüber berichten. Dafür will Gates sein Geld beim Center auf alle Fälle ausgeben. Ende November 2022 laufen die Förderungen der Gates-Stiftung aus.


Die aktuellen Themen der Gates-Stiftung passen perfekt zu dem, im November 2016 gestarteten Förderprogramm für das Center, denn die Stiftung interessiert sich hauptsächlich für die Themen Globale Entwicklung, Bildungsprogramme in den Vereinigten Staaten und weltweite Gesundheit. Um diese Ziele zu erreichen, tritt Gates medienwirksam "philanthropisch" auf, das heißt, er entscheidet, welches Projekt als nächstes in Angriff genommen wird, spendet dann in aller Öffentlichkeit einige Millionen Dollar für das Projekt und die Medien sind begeistert über einen derartigen Wohltäter. Danach unterstützen die Staaten Gates Projekt mit einigen Milliarden an Steuergeldern und Gates verdient an den Firmen an denen er beteiligt ist Milliarden. So lief das beispielsweise bei den Covid-Impfstoffen und den Schnelltests. Seine Stiftung bleibt dabei natürlich von der Steuer befreit und das, obwohl Gates all sein Geld in eben diese Stiftung überführt hatte. Auf diese Weise macht ein "menschenfreundlicher Wohltäter" aus Millionen mal eben Milliarden.


In den Medien wird immer erzählt, Gates gebe sein ganzes Geld zur Rettung der Welt aus aber so läuft es nicht, hinter der "Philanthropie" steckt ein eiskaltes und berechnendes Geschäftsmodell. Und genauso wird es immer gemacht und deshalb werden die "Philanthropen" auch immer reicher und nicht ärmer, obwohl sie doch laut unseren Medien ihr Geld der Menschheit schenken. Und da die Medien selbst meist Stiftungen, wie die Bertelsmann-, Spiegel- oder Axel-Springer-Stiftung sind, haben sie kein Interesse daran, ihr eigenes Geschäftsmodell zu zerstören.


In Afrika hat Gates auch solche Spielchen betrieben und dadurch den afrikanischen Kleinbauern enorm geschadet. Dafür griff Gates tief in die Taschen, doch eine Studie deckte 2016 auf, worum es bei dem Projekt wirklich ging. Parallel bezahlte Gates dem International Center for Journalism Millionen um das Projekt medial zu unterstützen und um seine Ziele der Saatgut-Monopolisierung in Afrika zu erreichen. Investigative Journalisten, die das alles hätten aufdecken können, gab es zu dem Zeitpunkt keine mehr. Sie waren schon in der Hand des Oligarchen.


Quellen:


(1) Fast schon mafiöse Strukturen: Die vielen Millionen des Bill Gates für weltweite Berichterstattung (artikeleins.info)

(2) https://thegrayzone.com/2021/11/21/bill-gates-million-media-outlets-global-agenda/

(3) https://www.icfj.org/icfj-donor-privacy-policy

(4) https://www.icfj.org/sites/default/files/2021-10/ICFJ%202020%20FS.pdf

(5) https://www.icfj.org/sites/default/files/2022-05/ICFJ_Impact%20Report.pdf

(6) https://www.reuters.com/article/us-usa-russia-aid/u-s-aid-agency-plans-framework-to-counteract-russia-influence-globally-idUSKCN1RL1UE

(7) https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants?q=International%20Center%20for%20Journalists

(8) https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants/2016/11/opp1163336

(9) https://www.artikeleins.info/post/covid-19-die-profiteure-der-%C3%B6ffentlichen-pandemiegelder

(10) https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants?q=%22Alliance%20for%20a%20Green%20Revolution%20in%20Africa%22

(11) https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants?q=%22Alliance%20for%20a%20Green%20Revolution%20in%20Africa%22

(12) https://www.globaljustice.org.uk/resource/gated-development-gates-foundation-always-force-good/

(13) https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants/2007/10/opp48731



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