Bill Gates baut ein Atomkraftwerk in den USA

Jetzt auch noch Atomkraft. Bill Gates ist ein Allrounder und will mit der Unterstützung Japans nun einen experimentellen Kernreaktor im US-Bundesstaat Wyoming bauen. Die japanische Unterstützung besteht dabei in Form von technischem Know how. Das Projekt soll zur Hälfte aus Staatsgeldern finanziert werden.


Ich weiß, den ein oder anderen Leser wird das leidige Thema Bill Gates schon langweilen, er oder sie wird sich denken, nicht schon wieder ein Gates-Thema. Aber was soll man machen, der Mann ist geschäftlich omnipräsent und macht jetzt sogar in Atomenergie.


So planen Medienberichten zufolge zwei japanische Organisationen eine Kooperation mit der Projektgesellschaft des Milliardärs, damit sie technischen Support beim Bau eines Kernreaktors im US-Bundesstaat Wyoming leisten können. Die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) und Mitsubishi Heavy Industries werden demnach einen Vertrag mit Gates unterzeichnen, der industrielle Unterstützung und Daten aus Japans eigenen hochmodernen Atomreaktoren zur Verfügung stellen werden. Diese Informationen gehen aus vertraulichen Quellen hervor, die die japanische Tageszeitung Youmiuri erhalten hatte.


Gates seinerseits verfügt über ein eigenes Atomenergieunternehmen namens TerraPower und plant den in Wyoming befindlichen experimentellen Kernreaktor "Natrium" bis 2028 in Betrieb zu nehmen. Die US-Behörden sollen dabei die Hälfte der vier Milliarden Dollar, die das Projekt voraussichtlich kostet übernehmen. Die Bauarbeiten für den mit Natrium gekühlten Reaktor beginnen, wenn alles nach Plan läuft, bereits im Jahr 2024.


Ursprünglich wollte Gates Unternehmen mit der staatlich-chinesischen Firma National Nuclear zusammenarbeiten aber Ex US-Präsident Donald Trump führte während seiner Amtszeit Beschränkungen ein, was die Geschäfte mit Kernreaktoren und sonstigem atomarem Material mit der Volksrepublik anging ein und so mussten National Nuclear und TerraPower die Pläne begraben. Trump hatte wohl Angst vor der chinesischen Konkurrenz, denn sowohl Peking als auch Russland haben Pläne zum Bau und Verkauf fortschrittlicher Kernreaktoren.


TerraPower hat mit der JAEA jetzt aber einen gleichwertigen Ersatz gefunden, denn die Japaner verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz was natriumgekühlte schnelle Kernreaktoren angeht. Der schnelle Brüter in der Präfektur Fukui und der experimentelle schnelle Brutreaktor namens Joyo, der sich in der Präfektur Ibaraki befindet sind zwei Beispiele enorm innovativer Kerntechnologie made in Japan.


Allerdings mussten die Japaner im Jahr 2016 ihren experimentellen Prototyp-Reaktor Monju stilllegen, da dieser mit umgerechnet 8,5 Milliarden US-Dollar sehr teuer war und nicht wirklich zu den gewünschten Ergebnissen führte. Außerdem sorgte er für hitzige Kontroversen in Politik und Bevölkerung. Es gab in Monju Unfälle, Vertuschungen und es wurde gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen. Daraufhin wurde das Experiment beendet und der Reaktor abgeschaltet.


Bill Gates wird das relativ egal sein, denn mit Experimenten die gefährlich werden können hat er ja schon gute Geschäfte gemacht.

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