BILD zensiert sich selbst

Aktualisiert: 22. Jan. 2021



Kommentar


Irren ist menschlich. Ja, sehr menschlich sogar. Und auch Journalisten erliegen in ihrer täglichen Arbeit immer mal wieder dem einen oder anderen Irrtum. Falsch recherchiert, auf Fakenews hereingefallen oder einfach zu hastig eine Schlagzeile kurz vor Redaktionsschluss produzieren wollen.


Kommt so ein Fauxpas einmal vor, dann wird der fehlerhafte Artikel richtig gestellt. Dass sich die BILD-Zeitung aber einmal selbst zensieren muss und ihren eigenen Artikel gar löscht, ist eher eine Seltenheit.


Die ganze Story handelt von einer 89- oder 90- jährigen Frau aus dem Landkreis Diepholz, die gestorben war. Nichts besonderes, möchte man meinen. Jedoch starb die Frau nach verschiedenen Medieninformationen im Anschluss an eine Corona Impfung. Das löste im Netz einen extremen Social-Media-Sturm aus, den BILD, am Donnerstag für 22000 Facebook- und Twitter Interaktionen nutzte, so Jens Schröder vom Medienportal Meedia.


Der Slogan lautete: "Eine Stunde nach Impfung - Rentnerin (89) stirbt in Pflegeheim."

Später wurde der Artikel dann gelöscht. Die Gründe dafür wären laut Schröder nicht mehr zu recherchieren gewesen.


Auf die weitere Relativierung von Herrn Schröder zu diesem Vorfall möchte ich hier nicht weiter eingehen. Merkwürdig ist nur, dass im momentanen, bleiernen Schleier der Zensur, der durch die Nachrichtenwelt tapst, ausgerechnet ein Boulevardblatt, mit Hang zur Dramatik sich selbst den Garaus macht.


Die Corona Schutzimpfung ist an sich schon ein sehr sensibles Thema bei einem Teil der Bevölkerung. Anhaltende Maßnahmen, wie Lockdown, Kontaktbeschränkungen usw. treiben die Spaltung der Gesellschaft weiter voran. Das ist vor allem der mangelnden Transparenz der Bundesregierung zu verdanken. Medien, wie BILD sollten diese Intransparenz dem Leser offenlegen.


Selbstzensur zeugt nicht gerade von Selbstvertrauen in die eigene Arbeit. Daher würde ich den Kollegen der BILD nahelegen, die Recherchen zu der verstorbenen Frau noch einmal zu forcieren und sich nicht einen eigenen Maulkorb aufzuerlegen. Oder hat die Politik da etwa nachgeholfen, um die Bevölkerung nicht unnötig zu verunsichern, wie es oft heißt?


Die Bürger sind aber keine kleinen Kinder liebe BILD und sie werden sich ihre Informationen auch woanders besorgen können. Im Fall des neuartigen Corona Impfstoffs ist das besonders sichtbar. Das Internet ist voll von Berichten über teils schwere Nebenwirkungen und auch Todesfälle im Zusammenhang mit der Impfung. Wir wissen nämlich, dass wir nichts wissen. Alles andere wäre zum jetzigen Zeitpunkt extrem unwissenschaftlich.


Daher, liebe BILD, seien sie mutig und nehmen sie Journalismus wieder ernst. Zeigen sie ihren Lesern, wer die vierte Gewalt im Staat ist.




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