3G-Regel: "Solidarität" kennt keine Grenzen - Berliner Obdachlose werden aus U-Bahnhöfen vertrieben

Aktualisiert: 24. Dez. 2021

Das muss die ständig angepriesene "Solidarität" mit vulnerablen Gruppen sein, von der Politik und Medien seit fast zwei Jahren sprechen. Obdachlose ohne gültigen 3G-Nachweis dürfen künftig nicht mehr in Berliner U-Bahnstationen übernachten, in denen sie oft Schutz suchen um nicht der Kälte ausgesetzt zu sein.


Aus Gründen des Infektionsschutzes wünsche man keine Ausnahmeregelungen. Denn, in Berlin gelten seit heute verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen, die auch eine 3G-Regelung für Bahnsteige und U-Bahnhöfe vorschreiben. Die "Solidarität" der Hauptstadt hat damit ein ganz neues Niveau erreicht, schließlich sind von dieser Verordnung annähernd 10 000 Menschen ohne Dach über dem Kopf betroffen.


Ausgerechnet jetzt, zum Beginn der kalten Wintermonate führt Berlin damit drastische Beschränkungen für obdachlose Menschen ein und möchte laut Senatsvorgaben die 3G-Vorschriften für Bus- und Bahnsteige mit allen Konsequenzen durchsetzen. So werden demnach künftig nicht nur die Fahrgäste des ÖPNV nach ihrem 3G-Status abgefragt, sondern auch die große Anzahl obdachloser Menschen, die sich im Winter gerne einen Schlafplatz in U-Bahnhöfen oder windgeschützten Bahnsteigen suchen.


Grundsätzlich sei es laut der Berliner Senatsverwaltung so, "dass Kontrolleure Personen abweisen müssen, die die 3G-Bedingung nicht erfüllen." Menschen, die nicht geimpft, getestet oder genesen sind werden von den Behörden also künftig aus den Bahnhöfen vertrieben und auf der Straße lieber der klirrenden Winterkälte ausgesetzt. Es sei laut der Sozialverwaltung "nicht möglich, eine Ausnahme für obdachlose Personen zu schaffen." Eine Schande!


Den Verantwortlichen in der Hauptstadt sei es zwar bewusst, wie prekär die Lage dieser Menschen sei, es würden daher auch Anstrengungen unternommen "Obdachlosen eine Impfung und weitere Tests zu ermöglichen." In der Pandemie sei zwar das Testangebot für obdachlose Menschen schon ausgeweitet worden, empathisches Verhalten gegenüber diesen armen Mitbürgern ist jedoch seitens der Verwaltung nicht zu erkennen. Zitat der Berliner Sozialverwaltung:


"Die Behörde stelle Corona-Tests auch für Tagesangebote zur Verfügung, sodass Obdachlose die Chance erhielten, sich dort niedrigschwellig testen zu lassen. Dies helfe ihnen dabei, die 3G-Bedingungen erfüllen zu können."

Merken diese Bürokraten eigentlich noch etwas? Ist da noch ein letzter Funken Anstand und Mitgefühl vorhanden für Menschen, die sicherlich ganz andere Sorgen haben als die vermeintliche Killerseuche Corona und die immer dreisteren Maßnahmen der Verantwortlichen?


Man wolle laut der Verwaltung zwar versuchen "eine mögliche Ausgrenzung obdachloser Menschen mit vielen Angeboten aufzufangen" und mehr Sicherheit durch einen besseren Infektionsschutz zu gewährleisten, doch ob das bei so vielen Obdachlosen in Berlin umsetzbar ist, bleibt zweifelhaft. Herzlich willkommen im besten Deutschland, in dem wir jemals gelebt haben. Die viel gepriesene "Solidarität" hat in Berlin einen neuen Höhepunkt erreicht. Und die lautet: Füge dich oder erfriere, so sind nun mal die Regeln!


Quelle:


(1) Senat beschließt Zwölfte Verordnung zur Änderung der Dritten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung - Berlin.de

(2) 3G in Berlin: Senat verbannt Obdachlose von Bahnsteigen (berliner-zeitung.de)

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